Wanubalé: Phosphenes

Die hannoversche Plattenfirma Agogo Records ist ja bekannt für ausgesucht qualitätvolle Veröffentlichungen aus dem weiten Spektrum des zeitgenössischen Jazz. Nun hat Labelchef Ralf Zitzmann kürzlich eine Berliner Band mit einem afrikanisch anmutenden Namen entdeckt – und schon liegt deren Debüt vor. Hinter Wanubalé stecken neun Musiker, darunter vier Bläser und gleich zwei Drummer. Mit diesem Powerteam im Rücken, kreiert das Kollektiv eine hochenergetisch fette Mixtur aus Komposition und Improvisation, bei der es temporeichen Jazz mit funky Breaks, souligen Momenten sowie gelegentlichen Afrobeatgitarren verbindet und als raffinierte Instrumentalmusik inszeniert. Kaum zu glauben, dass hier keine erfahrenen Routiniers am Werk sind, derart perfekt spielen die jungen Akteure ihre schlüssig klingende Musik, in der sie vom Können mindestens auf einer Stufe stehen mit ihren amerikanischen Kollegen Snarky Puppy. Allerdings, Wanubalé’s Stücke machen mehr Spaß, lassen die Glieder zappeln, locken mit kraftvollen Rhythmen auch auf die Tanzfläche.     Olaf Maikopf
Agogo/Indigo