Neil Young: The Visitor

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Neil Young ist 72 und sprudelt vor Ideen. Ohne erkennbare Logik scheint er alles zu veröffentlichen, was ihm gerade in den Sinn kommt. Am meisten inspirieren ihn derzeit seine jungen Begleiter von Promise Of The Real zu neuer Musik. Hinter dieser Band stecken Willie Nelsons Söhne Lukas und Micah. „The Visitor“ ist bereits das dritte Werk in dieser Konstellation. Stilistisch betrachtet ist es eine ausladende und grenzenlose Platte geworden, inhaltlich hat sie praktisch nur ein einziges Thema: Donald Trump und der Rechtsruck in Amerika, Neil Youngs Wahlheimat. Der scharfzüngige Kanadier hat die Slogans des umstrittenen US-Präsidenten zu launigen Protestsongs verarbeitet. Sie heißen „Already Great“, „When Bad Got Good“, „Almost Always“ oder „Stand Tall“ und werden von Young mit brüchiger, aber nach wie vor leidenschaftlicher Stimme vorgetragen. Rumpelnde Blues-Rhythmen wechseln sich ab mit Country-Rock und orchestralen Broadway-Klängen. Die Protestmusik des späten Neil Young klingt eher warm als wütend.    on
Warner