Morcheeba: Beats mit Tiefgang

Musik-Live-Morcheeba

Die wiedervereinigte Band Morcheeba aus London stellt ihr hochgelobtes neues Album im Pavillon vor.

Morcheeba melden sich mit „Blaze Away“ zurück, zwar ohne Gründungsmitglied Paul Godfrey, dafür aber mit dem für sie typischen Mix aus psychedelischem Rock, Downtempo, Hip-Hop, Country und Blues. Beim Titelstück ist die Stimme von Rapper Roots Manuva zu hören, und „Paris sur Mer“ wird vom Franzosen Benjamin Biolay gesungen. Die Songs der farbigen Sängerin Skye Edwards und des weißen Multiinstrumentalisten Ross Godfrey kommen erstaunlich frisch daher. Ihnen gelang vor 20 Jahren mit dem Album „Big Calm“ ein Welterfolg. Anfangs wurden Morcheeba mit Trip-Hop-Acts wie
Massive Attack und Portishead verglichen, aber heute verfolgen sie einen anderen Ansatz: „Wir wollten eine Produktion wie Wu-Tang-Clan, die Songs sollten klingen wie bei Neil Young und die Gitarre wie bei Jimi Hendrix“, erklärt Ross Godfrey. Trotz seiner stilistischen Vielfalt wird das Duo noch immer für eine Band aus Bristol gehalten. „Den Begriff ‘Trip Hop’ für unseren Sound mochte ich noch nie“, sagt Skye Edwards. „Unsere Musik war immer viel mehr als Downtempo mit Hip-Hop-Beats und Frauengesang. Wir haben auch Country- und Western-Einflüsse, Psychedelia, Rock und Pop. Zu unseren Konzerten kommen Leute von 17 bis 70.“ Morcheeba ist übrigens ein Slangausdruck für Marihuana. So wie diese Droge wirkt auch die Musik dieses Duos.     Olaf Neumann

20.2., Pavillon