Konzerte des Monats

Konzerte des Monats Mai 2019

Ska
The Toasters
Der gebürtige Engländer Robert „Bucket“ Hingley ist unter anderem in Deutschland, Zypern und Frankreich aufgewachsen, bis er als Mittzwanziger nach New York auswanderte, um einen Comicladen zu leiten und schließlich 1981 die Toasters zu gründen. Nach einer ersten Single und einer Demo-EP erschien erst 1987 das Debütalbum „Skaboom“, doch von da an entwickelte sich die Band über ausgedehnte Touraktivitäten zu einer der bekanntesten Ska-Bands weltweit. Mittlerweile ist die Liste der ehemaligen Mitglieder zwar ungefähr so lang wie Manhattan, aber auch in der aktuellen Besetzung um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Rob Hingley sind The Toasters ein ausgesprochen lebendiges Stück Ska-Geschichte.
2.5., Café Glocksee

 

Soul-Pop
Max Mutzke & Monopunk
Der umfassende mediale Rummel, der einst um Max Mutzke und seinen Eurovision-Song-Contest-Beitrag „Can’t Wait Until Tonight“ (2004) entstanden war, blieb in seiner Karriere zwar bislang unwiederholt. Doch mit den nachfolgenden Alben „Aus dem Bauch“ (2007), „Black Forest“ (2008), „Home Work Soul“ (2010), „Durch Einander“ (2012) und „Max“ (2015) hat sich der Mann mit der großartigen Soulstimme langfristig in der Musiklandschaft etabliert. Nach der Zusammenarbeit mit der NDR Radiophilharmonie, dokumentiert auf dem 2016er Werk „Experience“, hat Max Mutzke gemeinsam mit seiner Band monoPunk das aktuelle Album „Colors“ eingespielt. Darauf werden unter anderem HipHop-Klassiker von Grandmaster Flash, De La Soul, Warren G. Oder Mary J. Blige als mutig umarrangierte Neo-Soul-Hymnen präsentiert.
2.5., Capitol

 

Jazz
Mural
Von einem, der auszog, um im Mekka des Jazz seine Weg zu machen: Der hannoversche Bassist Peter Schwebs arbeitet seit über zehn Jahren mit verschiedenen Projekten in New York. Und kehrt immer wieder nach Hannover zurück. Da macht es nur Sinn den frisch gebackenen Vorsitzenden der LAG Jazz Niedersachsen, mit einem dieser Projekte erneut in den Jazz Club einzuladen. Schwebs agiert dabei mit dem amerikanisch-japanischen Gitarristen Aki Ishiguro und dem chilenischen Schlagzeuger Rodrigo Recabarren an der Demarkationslinie zwischen modernem Jazz, europäischer Klassik, japanischem Folk und südamerikanischen Rhythmen. Mural  arbeiten seit einigen Monaten an ihrem dritten Album und werden direkt aus New York und Chile in den Club am Lindener Berg einfliegen: Mit spannenden, neuen Stücken im Gepäck, und dem Berliner Saxofonisten Ben Kraef als Gast.
3.5., Jazz Club

Indierock
Kensington Road
„Authentische Songs, die ohne Schnickschnack und Künstelei auskommen“ – das Info zur ihrer neuen, mittlerweile dritten Platte „Lumidor“ verspricht viel. Und in der Tat: die Berliner Band schreibt tatsächlich zwischen Indierock und Alternative-Pop tief gehende Songs über die bittersüßen Momente des Lebens. Aber wieso Berlin? Ist die Kensington Raid nicht eine berühmte Straße in London? Ja, aber es gibt auch ein Stück Asphalt irgendwo in der kanadischen Provinz. Und das hat Frontmann  Stefan Tomek dazu inspiriert, die Band Kensington Road zu nennen. Berlin, London, Kanada? Egal, diese Band ist überall zu Hause und schafft es einen absolut internationalen Sound zu produzieren.
4.5., LUX

 

Elektro-Rock
Eisbrecher
Bands mit dem Wort Eis im Namen gibt es viele, eine Band wie Eisbrecher aber ist einmalig. Entsprechend pathetisch erinnert sich die Band um Frontmann Alexander Wesselsky an ihre Gründung in einer-  na logo – eiskalten, weißen Winternacht: „Am Anfang war das Eis! Als wir erkannten, dass es weit und breit um uns herum die Musik nicht gab, die wir im Jetzt und Hier hören wollten, beschlossen wir sie selbst zu machen.“ Okay, mittlerweile gibt es viele Bands, die sich im Umfeld der neuen deutsche Härte tummeln. Das Quintett aber zählt mit ihrem Mix aus gruftigen Sounds, Metal und Elektro noch immer zu den besten. Zur Feier ihres 15-jährigen Bestehens touren die Eisbrecher mit ihrer Retrospektive „Ewiges Eis“ und mit ewigen Hits wie „Schwarze Witwe“, „Miststück“ oder „This Is Deutsch“.
4.5., Swiss Life Hall

 

Folk-Pop
George Ezra
George Ezra war gerade einmal 20 Jahre alt, als sein erster Hit um die Welt ging. Der Song „Budapest“ erzielte Ende 2013 mit Platz 68 einen ersten Achtungserfolg in den britischen Charts, tauchte dann in Italien, Benelux und den deutschsprachigen Ländern in den Top Ten auf, kletterte schließlich auch in Großbritannien bis auf Platz 3 und wurde sogar in den USA mit Platin ausgezeichnet. Bis heute hat sich die eingängige Folk-Pop-Nummer rund vier Millionen Mal verkauft und allein auf Spotify wurde sie fast 500 Millionen Mal aufgerufen. Nach „Wanted On Voyage“ (2014) ist im März 2018 das zweite Album „Staying At Tamara’s“ erschienen und am 7.5. ist der Sänger und Songwriter aus Bristol damit endlich auch in Hannover zu erleben. Support: The Hot 8 Brass Band.
7.5., TUI Arena

 

Reggae
Gentleman
Seit seinem 1999er Debüt „Trodin On“ hat Gentleman nicht nur weit über 1000 Shows gespielt und damit seine international geschätzten Qualitäten als Live-Entertainer geschärft. Mit Werken wie „Journey To Jah“ (2002), „Confidence“ (2004) oder „Diversity“ (2010) war der Kölner Reggae-Künstler jeweils monatelang in den Charts vertreten und 2016 brachte er gemeinsam mit Ky-Mani Marley das ebenfalls viel beachtete Album „Conversations“ heraus. Wie umfangreich und gut das Gesamtrepertoire ist, zeigt die Werkschau „The Selection“, mit der Gentleman seit dem vergangenen Jahr live unterwegs ist. Auch die Show in Hannover sollte ursprünglich bereits im Herbst 2018 stattfinden und umso mehr dürften sich seine Fans auf den Nachholtermin freuen!
7.5., Swiss Life Hall

 

Funk/Soul
Lehmann Brothers
Mit dem Namen verbindet so mancher den Niedergang des internationalen Finanzsystems und den Verlust des Glaubens an funktionierende kapitalistische Bankprozesse. Musikalisch betrachtet aber steht der Namen nicht für Untergang, sondern für den Aufstieg alter Funk- und Soul-Werte. Und den Glauben, dass sich organische Musikprozesse auf Vintage-Equipment mit neuen Rap-Trends verbinden lassen. Der Sechser aus Frankreich ist sozusagen die große, neue Hoffnung der weltweiten Groove-Gemeinde. Einzigartig wird ihre Musik durch den Sänger Julien Anglade. „Auf ihren Konzerten werden sämtliche Gefühlsregister gezogen und wer Glück hat, kann Sänger Julien beim Singen im Spagat sehen“, frohlockt das Info. Ein Festtag für alle, die in ihrer Plattensammlung Curtis Mayfield-, Cameo- und A-Tribe-Called-Quest-Platten stehen haben.
7.5., Pavillon

 

Garage-Rock’n’Roll
The Black Delta Movement
All zu viel ist noch nicht bekannt über die Band aus dem englischen  Kingston-Upon-Hull, doch das könnte sich schon bald ändern. Nach der „Seven Circles EP“ (2016) haben The Black Delta Movement im vergangenen Jahr das Album „Preservation“ veröffentlicht und gleichzeitig nehmen auch ihre Touraktivitäten kräftig Fahrt auf. Nach einer ausgedehnten Konzertrundreise durch Frankreich im April stellen sich die Briten auch in Hannover vor. Fans von psychedelisch gestimmtem Garagenrock im Stile von The Brian Jonestown Massacre oder Black Rebel Motorcycle Club sollten sich den Termin im Kalender markieren!
11.5., Lux

 

Rock
Mark Knopfler & Band
Es gibt ein Leben nach den Dire Straits. Aber wären die Straits überhaupt denkbar ohne Mark Knopfler gewesen? Auf jeden Fall ist der Fall Knopfler eine der wenigen in der Popgeschichte, bei dem der Protagonist einer aufgelösten Band eine erfolgreiche Solo-Karriere hinlegte. Was das imposante daran ist: Knopfler musste sich dabei nicht mal verbiegen, sondern ist immer seinen eigenen Weg gegangen. Er hat sich dem Folk, dem Blues geöffnet, ohne alte Erfolgsrezepte aufzuwärmen. Das Geheimnis des Erfolgsmodels Knopfler ist sein elegantes Gitarrenspiel, sein elaboriertes Songwriting und sein für ihn typischer Sprechgesang mit großer melodischer Tiefenwirkung. Die besten Songs aus seinem neuen Album „Down The Road Wherever“ stehen heute ebenso auf seiner Set-Liste wie eine Auswahl von Hits seiner Soloalben und selbstverständlich einigen markanten Evergreens der 20-jährigen Dire-Straits-Ära.
16.5., TUI-Arena

 

Psychedelic Rock
Motorpsycho
Nüchtern betrachtet ist es „eine seit 1989 bestehende Rockband aus Trondheim in Norwegen, die Psychedelic Rock mit verschiedenen Einflüssen wie Jazz und Country kombiniert“, wie das anhaltend muntere Treiben von Motorpsycho in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zusammengefasst wird. Doch für Fans offenbaren sich auf den über zwanzig Alben von „Lobotomizer“ (1991) über die Meilensteine „Blissard“ (1996) und „Angels And Demons At Play“ (1997) bis zu den jüngsten Streichen wahre Wunder und eine Welt für sich. Oder wie im Pressetext festgestellt wird: „Motorpsycho war für Prog-Nerds immer zu knarzig und für Punks musikalisch zu sperrig, und da ihre Anziehungskraft immer selektiver wird, fallen sie immer noch stolz zwischen alle Risse, Hocker oder Stühle, die man sich vorstellen könnte. Prog-Rock? Nenne es Motorpsychodelia.“ Nach dem maximal formstarken und gefeierten Monumentalwerk „The Tower“ (2017) sind die Norweger jetzt mit dem neuen und nicht weniger starken Album „The Crucible“ unterwegs.
23.5., Faust, 60er-Jahre-Halle

 

Folk
William Fitzsimmons
Bereits sein in Heimarbeit produziertes Debütalbum Folk “Until When We Are Ghosts” (2005) wurde viel beachtet. Einige der Songs fanden in US-Fernsehserien wie „Grey’s Anatomie“ oder „Life Of Ryan“ Verwendung und trugen dem rauschebärtigen Musiker aus Pennsylvania zunehmende Popularität ein. Mittlerweile lebt der Sänger und Songschreiber in Illinois und mit “Mission Bell” ist im vergangenen Jahr bereits das achte Studioalbum  erschienen. William Fitzsimmons verwebe in seinem musikalischen Schaffen auf einzigartige Weise seelische Kompromisslosigkeit und autobiographische Ehrlichkeit mit einfühlsamen Klängen zu einem scheinbar nahtlosen Ganzen, heißt es im Pressetext: „Seine Songs sind sorgfältig konzipiert, von Familiengeschichten, intimen Offenbarungen und mutigen Bekenntnissen geprägt und liefern einen facettenreichen Folk, der in seiner Vielfalt akustisch und schnörkellos oder auch gewaltig und elektronisch sein kann.“ Support: Jim and Sam.
28.5., Capitol