Konzerte des Monats

Konzerte des Monats Januar 2020

A-Cappella
MAYBEBOP
Eines der Pfunde, mit denen Hannover bei der Bewerbung zur Unesco City of Music wuchern konnte, war die hiesige Chor-Szene im allgemeinen und die A-cappella-Szene im besonderen. Ganz vorne dabei: MAYBEBOP. Die Vier, die mit dem Jazzstil Bebop gar nicht so viel gemein haben, sind das definitive Aushängeschild der an A-capella-Bands nicht armen Stadt Hannover. Um die 10.000 Besucher strömen jedes Jahr in ihre Konzerte. Kein Wunder also, dass die Vier gleich an vier Abenden das Theater am Aegi mit ihrem „Weihnachtsprogramm Für Euch“ bespielen. „Abseits des oberflächlichen Rührungs-Kitsch“ wollen die Goldkehlen dem Thema Weihnachten „neue, unerwartete Seiten“ abgewinnen. Das ist mindestens so spannend wie die Geschenkvergabe Tage später unter dem eigenen Weihnachtsbaum. Auf dem Programm stehen dabei auch eigene, witzig-besinnliche Songs wie „Adventskalender im September“, „Happy Meal“, „Weihnachtswunder“ oder „Geburtstag bei Gotts“.
18-21.12., Theater am Aegi

 

Blues
B.B. & The Blues Shacks
In Zeiten einschneidender Paradigmenwechsel ist es schön, wenn altbewährte Traditionen einfach beibehalten werden. Wie auch das Doppelkonzert, das die Hildesheimer Blues-Fürsten jedes Jahr vor Weihnachten im Jazz Club geben. Auf die Band um die Gebrüder Arlt ist einfach Verlass. Die wohl beste deutsche Blues-Band zelebriert live mit Konstanz und Bodenhaftung authentischen Sound mit rasanten Soul-Beigaben im 12-Takt-Muster. Immer noch spielen die Domstädter den Blues, als sei er eben gerade erst erfunden worden. Wer also vor Weihnachten eben diesen haben möchte, aber im positiven Sinne, sollte sich schleunigst an den Kartenkauf machen – Tickets für die beiden Shows können schnell rar werden.
19/20.12., Jazz Club

 

Pop
Aura Dione
Die dänische Sängerin und Songschreiberin hatte bereits vor ziemlich genau zehn Jahren ihren ersten internationalen Erfolg mit der Single „I Will Love You Monday (365)”. In Deutschland stand Aura Dione damit auf Platz 1 der Charts und zwei Jahre später konnte sie diesen Erfolg mit der Single „Geronimo” sogar wiederholen. Ihr Gespür für tragfähigen Pop mit Folk-Elementen und elektronischen Akzenten hat Aura Dione auch 2019 mit den neuen Songs „Shania Twain” und „Sunshine” vollauf unter Beweis gestellt – und jetzt lädt sie zur „Fearless Lovers Tour”. Als Special Guest ist die Sängerin und Songschreiberin Julia Kautz aus München angekündigt.
19.12., Musikzentrum

 

Punk
Abstürzende Brieftauben
Drehen wir die Uhren doch mal drei Jahrzehnte zurück: Die Abstürzenden Brieftauben etablieren sich mit Alben wie „Das kriegen wir schon hin“ (1986) und „Im Zeichen des Blöden“ (1989) als Speerspitze des deutschsprachigen Fun-Punk und verkaufen insgesamt über eine halbe Million Tonträger. Sie erscheinen sowohl auf dem Bravo-Cover als auch in den Indie-Charts und begeistern mit Live-Shows, bei denen sie fröhlich Instrumente tauschen und zum Stagediving einladen. Nach der Auflösung anno 1997 und dem Tod von Konrad Kittner war es viele Jahre still um die Brieftauben, bis Micro Bogumil gemeinsam mit Neuzugang Olli wieder an den Start ging. 2016 erschien erst der Song „Nie wieder Pegida“ und dann das ausgesprochen formstarke Album „Doofgesagte leben länger“. Für Olli ist mittlerweile Norm Anderspunk eingestiegen und so laden die Abstürzenden Brieftauben zur aktuellen Tour. Support: Wisecräcker.
20.12., Faust

 

Rock
Wohnraumhelden
Wenn die Wohnraumhelden gemäß Tourmotto zur Besinnlichkeitsoptimierung laden, dann liest sich das im dazugehörigen Pressetext so: „In Zeiten weltpolitischer Umbrüche, klimatischer Veränderungen auf allen Ebenen und Minoritätsentscheidungen, die den Menschen Fassungslosigkeit in die Gesichter schreibt, setzen die Wohnraumhelden einen Farbklecks des Humors und verbreiten die Hoffnung, dass die Menschheit nicht per se vollkommen wahnsinnig geworden ist!“ Das Programm dürfte zu größeren Teilen von den Songs des neuen Albums getragen werden und somit frische Wohnraumhelden-Weisheiten wie die Folgenden bereithalten: „Wenn Du nichts zu sagen hast, einfach mal die Schnauze halten“ oder auch „Pinkel nicht gegen der Wind, der Wind gewinnt!“.
27.12., Café Glocksee

 

Rock
Alex Band
Mit seiner Band The Calling feierte er zu Beginn des Jahrtausends große Erfolge, Hits wie „Adrienne“, „Our Live“ und ganz besonders „Wherever You Will Go“ verschafften dem Sänger und Songschreiber Alex Band den Status eines Rockstars. Nach zwischenzeitlicher Auflösung von The Calling startete der Kalifornier seine Solokarriere, veröffentlichte nach einer ersten EP das Album „We’ve All Been There“ (2010) und konnte mit der Single „Tonight“ abermals in den Charts landen. Von einem zur Tour angekündigten neuen Album war bei Redaktionsschluss zwar leider keine Spur, doch dem Wiedersehen mit Alex Band sollte das nicht im Weg stehen. Support: Psycho Village aus Wien.
12.1., 60er-Jahre-Halle

 

Indie-Rock
Dives
Dora de Goederen, Tamara Leichtfried und Viktoria Kirner DieIm aus Wien sind seit 2016 gemeinsam unterwegs. Nach einem ersten Minialbum ist im vergangenen November das aktuelle Werk „Teenage Years Are Over“ erschienen. Darauf finden sich zehn tolle Songs voller Surf-Rock („Heads“, „Pumpkin“), Garage-Punk („Looking For A Fight“) und Gitarren-Pop („Tomorrow“), die auch Vergleichen mit internationalen Szene-Größen wie La Sera, La Luz oder L.A. Witch problemlos Stand halten können. Einprägsamer zweistimmiger Gesang trifft auf facettenreiche Rhythmen und Gitarrensounds, die süchtig machen.
14.1., Café Glocksee

 

Punkrock
Rebecca Lou
Die dänische Band um die aus Südafrika stammende Sängerin Rebecca Lou Armstrong trat erstmals 2018 mit der starken EP „Skeletons“ in Erscheinung. Nur ein Jahr später setzte das Trio mit dem Album „Bleed“ schon wieder neun neue und nicht weniger starke Songs in die Welt. Über die Entwicklung von Stil und Sound heißt es in einer Rezension im Musikmagazin Visions: „Die größte Veränderung ist sicher die, dass das Trio ein wenig den punkigen Sturm & Drang abschüttelt zugunsten ruhigerer, verletzlicherer Zwischentöne und einer einnehmenden Shoegaze-Lackierung.“ Zugrunde liegt den Songs aber nach wie vor eine beeindruckende Punkrock-Power, die Lust auf eine schweißtreibende Liveshow macht.
16.1., Lux

 

Soul/Pop
Sarajane
Sie ist nahe Wolfsburg aufgewachsen, für ein Musikstudium nach Hamburg gezogen und ebendort mittlerweile eine feste Größe in der Szene. Neben Zusammenarbeiten unter anderem mit Michy Reincke und Ina Müller hat Sarajane zwei eigene Alben herausgebracht – nach dem Debüt „#Step One“ ist im Mai 2019 das aktuelle Werk „Fuel“ erschienen. Laut Pressetext bewegt sich die Britin mit ihrem Songs „zwischen der Tanzbarkeit einer Beyoncé, der Power von Rihanna und Femininität einer Adele und liefert eine Gesangsdarbietung ab, die klar macht, welche großen Vorbilder sie gehört hat“. Dabei sei Sarajanes Gesang so erfrischend facettenreich, dass jeder Song bei höchster Qualität eine neue Seite der Vokalistin zum Vorschein bringe.
17.1., Lux

 

Punk
Slime
Mein Gott, es gibt sie immer noch. Sie sind die elder statesmen des deutschen, politisch bewegten Punkrocks und Vorbild für bis heute aktive Bands. Ikonen, denen ein Denkmal gebührt, wäre dies nicht ein für Punkrock völlig unzutreffendes Symbol. Im vierzigsten Jahr ihres Bestehens sind die Songs der Hamburger leider immer noch so brandaktuell, schönerweise genau so knackig und vor allem wichtig wie damals. Sie zeigen noch immer Haltung und allen, die es verdienen – und das sind nicht wenige heutzutage – den Stinkefinger. In der aktuellen Besetzung Dicken, Elf, Christian, Nici und Alex geben sich Slime bissig wie eh und je, obwohl sie sich niemand mehr beweisen müssen. Vor zehn Jahren haben sich Slime erneut zusammengefunden und zeigen, dass ihre neuen Songs sich wunderbar an die Old-School-Klassiker reihen.
17.1., Faust

 

Blues
Bernard Allison
Mit 13 Jahren konnte er das Debütalbum seinen Vaters, Blues-Legende Luther Allison, bereits Note für Note mitspielen. Dieser war von der Leistungsschau so begeistert, dass er seinen Sohn noch am selben Abend auf die Bühne holte. Nach dem Schulabschluss stieg Bernard Allison dann in den Bands von Koko Taylor und Willie Dixon ein, arbeitete weiter mit seinem Vater zusammen und konnte sich spätestens mit seinen ersten Alben „The Next Generation“ (1990) und „No Mercy“ (1994) voll als Solokünstler etablieren. Die aktuelle Tour von Bernard Allison steht unter dem Motto „Songs From The Road“ und wird für ein kommendes Live-Album mitgeschnitten.
17.1., Blues Garage

 

Sinfonisches Blasorchester
Modern Sound[s] Orchestra
Für das alljährliche Neujahrskonzert hat das Modern Sound[s] Orchestra wieder einmal ein Programm vorbereitet, das vielfältiger kaum sein könnte. Da treffen Hits der Neuen Deutschen Welle auf die Filmmusik aus „Star Trek“ oder „Drachenzähmen leichtgemacht“ und Beethovens „Egmont-Ouvertüre“ auf zeitgenössische Komponisten wie Stephen Melillo oder Bert Appermont. Damit entsprechen die 65 Musikerinnen und Musiker ihrem eigenen Anspruch, „auf hohem Niveau und mit viel Spaß sinfonische Blasmusik zu machen“, wie sie im Pressetext schreiben. Und nach einer gemeinsamen Reise nach Südafrika im Oktober lässt das Blasorchester aus Seelze natürlich auch die Filmmusik aus „Jenseits von Afrika“ nicht aus.
18.1., Pavillon

 

Singer/Songwriter
Tristan Brusch
Nun hat es auch Tristan Busch gewagt. Er gönnt seiner Band eine Auszeit und kommt ganz alleine nur mit seiner Stimme, Piano und Klavier auf Tour. Dabei kommen die Stärken des Herrn Brusch noch besser zum Vorschein: ein Singer/Songwriter und Intendant seiner Ideen, dessen markante Stimme mit bewusst zurückgesetztem und minimiertem Background noch besser zum Tragen kommt. „Ohne Mitmusiker muss ich auf niemanden Rücksicht nehmen, kann spontan alles umwerfen, noch näher ans Publikum heranrücken und muss meiner Goofiness keine Grenzen setzen“, sagt er selbst. Am Start hat Brusch seine größten Erfolge und die Songs der neuen EP „Operationen am faulen Zahn der Zeit“, die sich bei diesem Konzert mit Wohnzimmeratmosphäre noch schöner ins Ohr schmeicheln.
24.1., Lux

 

Singer-Songwriter
Miss Allie
Ihr Songwriting hat Hand, Fuß, Herz und vor allem viel Humor. Ebendiese schlagkräftige Kombination hat Miss Allie bereits diverse TV-Auftritte eingebracht – unter anderem bei Nightwash und in der Ladies Night. Mit ihrem Song „Dieter – Das Regeltagebuch“ war sie auch im Rahmen der PufPaff Happy Hour bei 3Sat zu sehen – und der entsprechende Youtube-Clip wurde bereits mehr als 600.000 Mal aufgerufen. Im Pressetext heißt es über Miss Ellie: „Der Ton wechselt von fröhlich, kokett, verspielt über rockig-zupackend bis hin zu ergreifend ehrlicher und tiefer Emotion. Miss Allie würzt ihre Lieder mit überraschenden Wendungen, agiert stets improvisationsfreudig und bleibt am Puls der Zuschauer, die sie scharenweise zu ihren Allie-ierten macht.“
25.1., Béi Chéz Heinz

 

Indie-Rock
Fibre
Sechs Jahre ist es her, dass sich diese Band anschickte, das nächste große Ding aus Hannover zu werden. „Science Is The Next Big Thing“ hieß ihre 2012 erschienene und noch immer aktuelle CD. Deren Songs präsentierten Fibre an einem kühlen Novemberabend im LUX. Und alle, die einst da waren, nickten zustimmend: Jawoll, so muss kerniger wie moderner Indie-Rock mit Alternative-Breitseite und satten Hooks klingen. Aus der großen Karriere wurde dann doch nichts. Dennoch haben sie damals nach dem LUX-Konzert gesagt: „Kein Abschied für immer“. Nun lösen sie ihr Versprechen ein. Mitgebracht haben Fibre zu ihrem Comeback The Eternal Love. Das Rock-Trio aus Berlin darf das Vorprogramm bestreiten. Und stellt dabei seine im vergangenen Jahr erschienene EP „Dance From The Hip“ vor.
25.1., Lux

 

Düsterrock
ASP
Nicht nur Fans der „schwarzen Szene“ sind der Band um Kopf Asp Spreng verfallen. Ihr Mix aus lyrisch-erzählerischen Texten, Heavy Rock, Dark Elektro und Folk kommt bei einem breitem Publikum an. Nachdem ASP mit den drei Teilen ihrer „Verfallen“-Reise ihre Fans in das Leipziger Hotel „Astoria“ führte und durch ereignisreiche Jahrzehnte düste, wenden sie sich nun wieder ihrer Kernkompetenz zu – energetisch-rockigen Klängen mit lyrischem Tiefgang. „Kosmonautilus“ heißt ihr neues Album, mit dem ASP zu den Stärken ihres Erfolgsalbums „fremd“ zurück finden – „und damit zu Liedern, die „mit ihrer Emotionalität und ihrem Tiefgang zum Mitfühlen und Mitfiebern einladen“ (Info).  Zusammen mit den gewünschten Hits dürfen sich ASP-Fans auf einen schön schwarzen Abend freuen. Dieser wird komplettiert durch die Saarbrücker Dark-Rock-Band  Two Minds Collide im Vorprogramm.
30.1., Pavillon

 

Crossover
Frollein Smilla
So bunt wie der Haufen um Sängerin Desna Wackerhagen rein optisch erscheint, so klingt er auch. Alles geht, alles ist erlaubt. Mit Wucht und Verve wütet und wühlt sich das Kollektiv quer durch Soul und filigranen Funk, Big Band-, New Orleans- und verrauchten Club-Jazz, Art-Rock, Balkan-Beat und Latin-Grooves, Folk und Chanson. Wir hören Piano und Akkordeon, akustische und elektrische Instrumente, Bläser und Streicher. Und über allem thronen die berührend-herzhaften Harmonien des mehrstimmigen Gesangs, die ihre Stimmen in Englisch, Deutsch und Spanisch strahlen lassen. Kritiker meinen bisweilen, die Beatles rauszuhören, den frühen Lindenberg und auch die späte Dota. Ob das stimmt, muss jeder selber herausfinden. Auf jeden Fall gibt es viel zu entdecken bei Frollein Smilla. Die haben für sich bereits die passende Genre-Schubalde entdeckt: „Folkballadendschäßfunkpiratin-enschunkelsongs“.
30.1., Béi Chéz Heinz