Konzerte des Monats

Konzerte des Monats Oktober 2018

Rock
Niedeckens BAP
Seit dem Ausstieg von Helmut Krumminga und Jürgen Zöller im Jahr 2014 firmiert die bereits 1976 gegründete Kölsch-Rock-Institution in wechselnden Besetzungen unter dem Namen Niedeckens BAP. Das mag für Traditionalisten ein Bruch sein, bringt aber effektiv auch erfrischende Neuerungen ins Spiel. So zählt auf der aktuellen Tour unter dem Motto „Live & deutlich“ erstmals in der Bandhistorie ein dreiköpfiger Bläsersatz zur Besetzung. Das Programmspektrum reicht von altbekannten BAP-Klassikern wie „Kristallnaach“ und „Verdamp lang her“ bis zu den neuen Songs aus dem Solowerk „Reinrassije Strooßekööter – Das Familienalbum“, das Wolfgang Niedecken in New Orleans aufgenommen hat. „Daher weht auch der frische Südstaatenwind, der sich im abwechslungsreichen Bühnenbild ebenso wie in den groovigen Arrangements widerspiegelt“, so der Pressetext.
17.10., Swiss Life Hall

 

Chanson
Sébastien Lemoine
Alle reden von der nouvelle vague in der französischen Musik; den jungen Wilden, die ein altes Musikgenre mit Hipster-Appeal aufmischen. Was allerdings auch geht: das Genre ganz traditionell und mit großem Feingefühl für besondere Song-Momente neu zu beleben. Genau das ist die Intention des ausgebildeten Opernsängers Sébastien Lemoine. Mit dem Quartett Les Stentors hat Lemoine in Frankreich bereits über 1 Millionen CDs verkauft. Vom Opernfach aber wechselt der Bariton nun zu seiner heimlichen Liebe, dem Chanson, über. „Chanson Française“ heißt das Album, das auf den Spuren von Gilbert Becaud oder Jacques Brel wandelt. „Entstanden ist ein Album, das das Chanson unaufgeregt und konsequent in die Zukunft führt“, lobt die Presse. Ob dem wirklich so ist, lässt sich nun live im Pavillon überprüfen.
17.10., Pavillon

 

Alternative Rock
Therapy?
Ein so durchschlagender kommerzieller Erfolg wie das 1994er Album „Troublegum“ ist der nordirischen Band zwar nicht mehr gelungen. Doch spannende Songs und mitreißende Shows haben Therapy? immer wieder abgeliefert. Bester Beleg dafür dürfte das neue Album „Cleave“ sein, das zwar bei Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht war. Doch die beiden Singles „Callow“ und „Wreck It Like Beckett“ geben einen guten Vorgeschmack. Das klingt nach einer wuchtigen Live-Packung!
17.10., Musikzentrum

 

Southern Rock
Blackberry Smoke
Nachdem sie mit ihren ersten beiden Alben weitgehend unter dem Radar geflogen waren, tauchten sie ausgerechnet bei dem englischen Label Earache Records auf, wo sonst eher extremer Metal regiert. Ganz offenbar keine schlechte Adresse für den gut abgehangenen Southern Rock von Blackberry Smoke aus Atlanta. Denn seitdem mischen alle ihre Veröffentlichungen sowohl in den amerikanischen als auch in den britischen und deutschen Charts mit und darüber hinaus genießen Blackberry Smoke den Ruf als „beste Live-Band ihres Metiers“, so der Pressetext. Support: Quaker City Night Hawks.
21.10., Capitol

 

Rock
Procol Harum
Wer den Name dieser Band hört, wird mit pawlowscher Reflexhaftigkeit gleich ihren größten Hit herausschleudern: „A Whiter Shade of Pale“. Aus dieser Tatsache ist zu schließen, dass Procol Harum hiernach kein großer Hit mehr gelang. Was ja auch nicht schlimm ist. Schließlich ist die „weißer Schatten von Grau“ bis heute einer der meist gespieltesten Songs aller Zeiten. In Vergessenheit geraten ist dabei, dass Procol Harum um den immer noch aktiven Kopf Gary Brooker mit ihrem Debüt-Album das Genre „Progressive Rock“ nicht unerheblich beeinflusste. 50 Jahre ist dieser Geniestreich nun schon her. Das gilt es zu feiern – mit einer großen Tour, auf der neben altem Material auch Songs des neuen Albums „Novum“ zum Einsatz kommen. Ein Abend für alle, die früher mal lange Haarre trugen. Und es vielleicht heute noch tun.
23.10., Theater am Aegi

 

Pop
Dota
Pop steht als Rubrik über dieser Konzertvorschau. Wie bescheuert! Als würde ein solcher profaner Begriff zusammenfassen, was in der Musik und vor allem in den Texten von Dota zu erleben ist. Nennen wir es einfach Dota-Musik. Sie ist so natürlich und authentisch, wie nur diese Berlinerin sein kann. Mit ihrem Quartett erzählt sie Geschichten mit Musik und Worten, die in ihrer einzigartigen Poesie Menschen tief berühren und aufrütteln. „So viel Freiheit. Ich bin überfordert. Was mach ich daraus? Ich such mir einen Yogalehrer, der mir sagt, wann ich einatmen soll und wann aus“, singt sie auf dem titelgebenden Song ihrer neuen CD „Die Freiheit“. Wieder mal zeigt sich Dota als präzise und pointierte Beobachterin der Gegenwart. Und verpackt diese in einfallsreiche, teils geheimnisvolle, teils verspielte und um Bläser bereicherte Arrangements, die sich sanft an ohrwurmige Melodien betten.
26.10., Pavillon

 

Weltmusik
Kioomars Musayyebi Quartett
Weltmusik aus dem Iran würde das Kioomars Musayyebi Quartett spielen, meint das Schloss-Landestrost-Programm. Klingt interessant. Aber was ist das? Und worin unterscheidet sich Weltmusik aus dem Iran von Weltmusik aus Deutschland? Und was ist das überhaupt: Weltmusik? Kommt darin Musik aus aller Welt vor? Doch genug der babylonischen Sprachverwirrung. Das Kioomars Musayyebi Quartett spielt aufregende Musik, die ihre Wurzeln in unterschiedlichen Kulturen hat – dem Orient, Amerika, aber auch in Europa. Schließlich wirken neben dem iranischen Santurspieler Kioomars Musayyebi auch der deutschen Gitarrist Christian Hammer, der Bassist Nils Imhorst und der Tombak-Spieler Erfan Pejhanfar in dessen Quartett mit. Zusammen erforschen sie die Grenzen zwischen Jazz, Kunstmusik und orientalischen Melodien und Rhythmen. Weltmusik? Irgendwie schon…
26.10., Schloss Landestrost/Neustadt am Rbg.

 

Jazz
Vincent Peirani
Vincent Peirani kommt aus Paris und spielt Akkordeon. Da wird schnell klar, wohin es den Mann verschlagen hat: auf die Folklore-und Musette-Bühnen der Stadt. Pustekuchen! Aus Peirani ist ein Jazzer geworden. Nun ja, kein waschechter, aber einer der seinem Instrument ungewöhnliche Sounds entlockt und seine Klänge in immer neue, überraschende Zusammenhänge stellt. In Frankreich ist er längst ein Star, was jüngst der Dokumentarfilm „Vincent Peirani – Der neue Atem des Jazz“ auf Arte belegte. Wer ihn noch nicht für sich entdeckt hat, sollte es schnell tun (bevor die Karten weg sind). Periani kommt mit neuer CD „Living Being II – Nightwalker“ in den Jazz Club. Besser als in der Jazz Club-Info kann man nicht ausdrücken, worum es an dem Abend geht: „Im Quintett mit Julien Herné, Yoann Serra und Tony Paeleman bündeln sie klassische europäische Musikgeschichte, Pop, Rock und elektronisch generierte Sounds zur modernen, hippen Sicht der Dinge – vital, neugierig und progressiv!“
27.10., Jazz Club

 

Punk
Cock Sparrer
Die Geschichte von Cock Sparrer ist eine Geschichte von Missverständnissen. Die fünf Cockneys waren schon Punk, als es noch gar keinen Punk gab. Und als Punk schon wieder out war, rockten sie einfach weiter. Sie haben die Dinge immer so gemacht, wie sie es wollten. Was sie als authentische Band auszeichnet. Erst 1983 erschien ihr Debüt-Album „Shock Troops”, das zu den einflussreichsten Punk-Album aller Zeiten zählt – aber zu seiner Zeit von der Masse unbeachtet blieb. In den Neunzigern aber erlebten Cock Sparrer ein ungeahntes Revival. In aller Welt werden sie nun als „The Godfathers of Street Punk” gefeiert. Auf dieser Erfolgswelle surfen sie noch immer. Dabei sind sie die Band von nebenan geblieben. Cock Sparrer sind auch nach über 45 Jahren immer noch fünf Freunde, die auf jeder Bühne so wirken, als stände diese in ihrem Lieblings-Pub.
27.10., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Italo-Folk
Angelo Branduardi
Die End-Siebziger! Zum einen Punk, zum anderen die Sehnsucht nach Innerlichkeit. Von diesem Bedürfnis nach Harmonie, Zartheit, Einssein mit der Natur und Natürlichkeit profitierten viele Künstler: Bettina Wegner, Ougenweide, Mike Oldfield … um nur einige zu nennen. Ganz oben auf der Welle schwang ein Italiener mit imposanter Haarpracht, einfühlsamer Stimme und fideler Geigenvirtuosität – Angelo Branduardi. Auf dem Weg zur neuen Natürlichkeit reiste Branduardi bis ins Mittelalter zurück. Er verband klassische und mittelalterliche Musik mit keltischer und nordeuropäischer Folklore. Als neuzeitlicher Minnesänger erreichte er ein Millionenpublikum. Und da die heutige hektische Zeit nach einem Revival der Innerlichkeit schreit, ist Branduardi wieder ganz vorne dabei. Alte und neue Fans dürfen sich auf ein Potpourri aus alten Hits wie „La Pulce d’Acqua“, „Cogli la prima Mela“ oder „Alla fiera dell’est“ freuen.
28.10., Theater am Aegi

 

Rock
The Parlotones
Acht Jahre ist es schon wieder her: Im Sommer 2010 traten The Parlotones bei der weltweit ausgestrahlten Eröffnungszeremonie der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika auf. 2011 spielten sie dann auf Einladung von Coldplay als deren Support in Johannesburg und Kapstadt, tourten mehrfach durch die USA und stießen auch dort auf große Resonanz. Nach ihrem Doppel-Platin-Erfolg von „Stardust Galaxies“ (2009) und diversen weiteren Veröffentlichungen ist im Juli das neue Album „China“ erschienen, mit dem die Rockband aus Johannesburg aktuell unterwegs ist. Als Support sind Meadows und Adventure Man angekündigt.
29.10., Lux