Konzerte des Monats

Konzerte des Monats Februar 2018

Dark Elektro
Faderhead
Faderhead ist eine Mischung aus Wunderkind und Workaholic. Der Hamburger Elektroniker bescherte uns im letzten Jahrzehnt mehr Dark Electro Clubhits als irgendein anderer Act. Darunter sind solch schöne Floor-Filler wie „TZDV“, „Dirtygrrrls/Dirtybois“, „Destroy Improve Rebuild“, „Fistful Of Fuck You“ oder „When The Freaks Come Out“. Nun ist Faderhead mit seinem neuen Album „FH-X“ auf Tour, um die Elektro-Fans mit elektrisierenden Hymnen zum kollektiven Ausrasten zu bringen. Wie der Meister selbst sind auch seine Fans erwachsener geworden. Und wissen es zu schätzen, dass bei ihm mittlerweile mehr Melodie und präzise Aggression jugendliches Draufgängertum ersetzen.
2.2., Musikzentrum

 

Jazz
Tomasz Stanko
Tomasz Stanko ist einer der wenigen europäischen Jazzmusiker, der sich keine Sorgen machen muss, einer Schule zugerechnet zu werden. Man mag ihn den Miles Davis Polens nennen und dabei verkennen, dass Stanko eine ganz eigene Klangsprache im Spannungsfeld zwischen Melancholie und zarter Aggressivität gefunden hat. Man mag ihn, weil er für das Label unzählige Alben einspielte, zur kühlen ECM-Schule zählen. Gerecht wird man ihm damit nicht. Der mittlerweile 75-jährige Trompeter und Freigeist hat sich gängigen Trennlinien immer entzogen. Mal interpretiert er mit unverwechselbarem Klang Songs von Michael Jackson, mal ergötzt er sich mit Free-Jazz-Gott Cecil Taylor an eruptiven Tonfolgen. „Trumpeting Freedom, in Spirit, Thought and Jazz“, heißt sein Motto. Umsetzen wird er dies im Jazz Club mit seinem jungen polnischen Quartett mit Dominik Wania (p), Slawomir Kurkiewicz (b) und Michal Miskiewicz (dr).
2.2., Jazz Club

 

Pop
Schiller
Das noch immer aktuelle Schiller-Album „Future“ aus dem Jahr 2016 balanciert laut Pressetext „zwischen minimalistischen Soundträumen und großen emotionalen Überwältigungsmomenten“. Christopher von Deylen, der Kopf hinter dem Projekt, hat dafür auch diverse Vokalisten eingebunden. Ein ganz besonderes Zusammenspiel steht hinter dem Stück „For You“, auf dem niemand Geringeres als Sharon Stone einen ihrer Texte vertont hat. „Sharon Stone kannte überraschenderweise meine Musik. Das war natürlich ebenso bizarr wie spannend. Dabei war es eine seltsame Zusammenarbeit, denn obwohl ihr das Ergebnis offensichtlich gefällt, haben wir uns nie gesprochen“, verriet von Deylen. Nach der umjubelten Arena-Tour 2016 geht es unter dem Motto „Klangwelten live“ aktuell durch Deutschlands schönste Spielstätten – mit „berauschenden Sounds, spektakulären Sequenzen und magischen Melodien in preisgekröntem Surround–Sound“.
5.2., Theater am Aegi

 

Ska
The Busters
Das Jahr ist noch jung, es ist kalt draußen. Wir stehen auf Ska-Musik, verreisen nie, wenn das Jahr jung und kalt ist, weil wir wissen: Immer dann sind sie auf Tournee. Die Busters live. Das darf man als Freund der Zweitonmusik nicht verpassen; das kann man gar nicht oft genug sehen. The Busters, die nun schon ihr 18. Album vorstellen, sind ein Garant für durchschwitzte, durchtanzte Abende mit packenden Rhythmen, messerscharfen Bläsersätzen und erhöhtem Spaß-Faktor. Dafür sorgen alleine die beiden unverwüstlichen Entertainer an der Bühnenfront, Ron Marsman und Dr. Ring Ding. Ska und Reggae, abgeschmeckt mit ein wenig Jazz und Pop, auf der Überholspur. Diese Band ist einfach eine Bank.
6.2., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Garagenrock
The Sonics
Generationen von Bands haben sich diesem Genre verschworen. Sie nennen es Garagenrock, weil sie einfach räudiger, ungehobelter und aggressiver als klassischer Rock’n’Roll klingen wollen. Wir wissen mittlerweile, dass Garagenrock die Blaupause für Punk und Grunge war. Aber wer erinnert sich noch an die Band, mit der alles begann: The Sonics? 1964 startete die Band aus Tacoma, Washington mit der Debüt-Single „The Witch“ durch. Nach etlichen, die Musikszene auf den Kopf stellenden Singles wie „Strychnine“, „Boss Goss“ oder „Psycho“ und drei Alben war Ende der Sechziger auch schon wieder Schluss mit dem Boom. Bands wie Nirvana oder die Cramps durften später die von den Sonics bestellte Ernte einfahren. Doch nun feiern die Garagenrock-Pioniere nach 50 Jahren Auszeit ihr großes Comeback. „This Is The Sonics“ heißt ihr 2015 erschienenes Album, das die drei verbliebenen Fuzzpunk-Heroen mit den Gästen Dusty Watson und Freddy Dennis im Paket mit den alten Hits heute vorstellen.
6.2., Faust/60er-Jahre Halle

 

Pop
Tony Hadley
Mit seiner Band Spandau Ballet schrieb Tony Hadley in den 80er Jahren diverse Hits wie „True“, „Gold“ oder „Through The Barricades“ und damit ein gutes Stück Popgeschichte. Die 1990 aufgelöste Formation fand zwar 2009 wieder zusammen und veröffentlichte mit „Once More“ sogar ein neues Album, doch im Sommer 2017 gab Tony Hadley seinen Ausstieg bekannt. Bevor im April ein neues Soloalbum herauskommt, lädt der Brite unter dem Motto „Tonight Belongs To Us“ zu einer Live-Show, in der laut Pressetext neben neuen Songs „selbstverständlich alle Spandau-Ballet-Hits und weitere Klassiker der Popgeschichte“ gespielt werden.
7.2., Capitol

 

Punk
Terrorgruppe
Ihr Auftritt beim Fährmannsfest vor zwei Jahren klingt so manchem noch gut in den Ohren. Damals war die Band auf Tour, um noch mal ihr legendäres „Blechdosen“-Album zu feiern. Und weil dies bei den Fans so überragend ankam, legte „die Speerspitze des mitteleuropäischen Kultur-Terrorismus und eine der einflussreichsten deutschsprachigen Punk- und Aggropop-Bands der Neunziger und Zweitausender“ noch mal mit Vollgas los. Nach dem Studio-Album “Tiergarten” kommt nun das Live-Doppel-Album “Superblechdose” – zusammen mit der überfälligen Fortsetzung der legendären “Blechdose”-Tour: eine Konzertreise mit dem schönen Namen „Terrorgruppe spielt Blechdose” und einer bunten Setlist aus beiden Platten – die besten Songs von 1993 bis 2017. Wir dürfen uns auf einen verstörenden „Mix aus Punk, Trash, Politik, Pop, Schrägness, Subversion, Entertainment und Pietätlosigkeit“ freuen. Support: Die Chanson-Punker von The Incredible Herrengedeck.
8.2., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Death Metal
Cannibal Corpse
Im Laufe unserer Karriere versuchten wir immer, uns zu verbessern, sowohl in puncto Präzision beim Zusammenspielen, als auch auf produktionstechnischer Seite, ohne an Aggressivität einzubüßen.“ So erklärt Bassist Alex Webster den eigenen Anspruch an die bereits 1988 gegründete Band Cannibal Corpse und damit auch an das 14. Studioalbum „Red Before Black“. Unterwegs ist das US-Quintett mit den Genrekollegen The Black Dahlia Murder aus Detroit, Michigan. Sie spielen knüppelharten und von Vorbildern wie Morbid Angel oder Carcass beeinflussten Death Metal, stiften aber hier und da auch Harmonie mit melodischen Einschüben. Anlass ihrer Tour ist das neue Album „Nightbringer“. Support: No Return.
9.2., Musikzentrum

 

Pop
Deine Lakaien
Die Gründungslegende geht so: 1984 war Ernst Horn neben seinen Tätigkeiten als Kapellmeister am Badischen Staatstheater in Karlsruhe sowie als Theaterpianist und Komponist am Bayerischen Staatsschauspiel in München zunehmend interessiert an moderneren musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. Er suchte per Anzeige einen “experimentierfreudigen Sänger“ und fand ihn in Alexander Veljanov. Heute können Deine Lakaien auf eine Bandkarriere blicken, in der sie zwischen Pop, Dark Wave und Avantgarde jede Menge Liebhaber gefunden haben. Die von Fans wie Kritikern gefeierten Jubiläumsshows unter dem Motto „XXX. The 30 Year Retrospective“ sind die jüngsten Belege der ungebrochenen Popularität.
15.2., Theater am Aegi

 

Akustik-Rock
Peter Maffay & Band
Mit Peter Maffay verhält es sich ein bisschen wie mit Wolfgang Petry, den Prinzen oder Pur. Jenseits seiner Fans gilt er irgendwie als uncool. Dabei sind schon seine als Schlager klassierten früheren Hits wie „So bist Du“, „Und es war Sommer“, „Eiszeit“ oder „Sonne In der Nacht“ schlichtweg sehr gute Songs und auch vor seinen imposanten Erfolgen als Rocksänger, Kinder-Musical-Initiator oder World-Music-Projektleiter kann man nur den Hut ziehen. Nach dem sage und schreibe 35. Studioalbum „Wenn das so ist“ (2014) ist im vergangenen Jahr sein mittlerweile mit Gold ausgezeichnetes „MTV Unplugged“-Album erschienen. Über das Programm heißt es im Pressetext: „Ob die großen Hits oder Raritäten aus über 40 Jahren Rock‘n‘Roll-Geschichte, die Akustikversionen entfalten eine neue Kraft und berühren auf eine noch nie dagewesene Art und Weise.“
16.2., TUI Arena

 

Punkrock
The Menzingers
Mit besten Empfehlungen von ganz oben: 2012 feierten The Menzingers mit dem hoch geschätzten Album „On The Impossible Past“ ihren Einstand bei dem renommierten Punklabel Epitaph. Und kein Geringerer als Brett Gurewitz, seines Zeichens Gitarrist von Bad Religion sowie Gründer des Labels, sagte damals über die Band aus Pennsylvania: „Diese Jungs spielen die Art von Punkrock, mit der ich aufgewachsen bin. Sie sind sehr talentierte Songwriter und ich bin glücklich, sie in der Epitaph-Familie willkommen zu heißen.“ Nach der Veröffentlichung des 2014er Albums “Rented World“ schafften The Menzingers mit dem aktuellen Release „After The Party“ (2017) sogar den Sprung in die deutschen Albumcharts. Bei Intro heißt es über die neuen Songs: „So nostalgisch und so gut wie auf ihrem Fünftwerk war deren sowieso schon latent melancholischer Punkrock (…) selten.“ Supports: Pup und Cayetana.
16.2., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Singer-Songwriter
Haller
Sein Name ist Haller, seine Heimatstadt Aachen, sein Wohnort Berlin und über die Entstehung seiner Songs heißt es im Pressetext: „Haller schreibt sich eine neue Sprache und spielt Rhythm’n’Blues-Drums, Funk-Bässe und minimalistische Gitarren. Haller sucht das Klare und Wahre, macht es ohne Angst vor Direktheit so einfach wie möglich und findet im Realismus sein unerschütterliches Grundvertrauen in die eigene Sache.“ Klingt gut? Ist gut!
19.2., Lux

 

Punkrock
Donots
Als die Donots nach einer 20-jährigen Bandkarriere mit „Karacho“ (2015) ihr erstes deutschsprachiges Album herausbrachten, attestierte das Visions-Magazin der Band eine bestechende Form: „Jedes Gramm Fett wurde abgesaugt, das letzte Schale Bier ausgeschwitzt und somit Platz geschaffen für neue Ideen. (…) Altersmilde scheint den Ibbenbürenern gänzlich unbekannt zu sein, und so präsentieren sie sich ebenso hungrig wie bissig.“ Jetzt ist das neue Album „Lauter als Bomben“ erschienen und wer die Live-Qualitäten der Donots kennt, wird sich die dazugehörige Tour nicht entgehen lassen.
22.2., Capitol

 

Rap
Zugezogen Maskulin
Wer sich dem Duo über seinen Pressetext annähern möchte, könnte hier und da ins Kopfkratzen geraten. Das neue Album „Alle gegen Alle“ sei ein stilles Statement einer wütenden Band, die sich zurückgezogen hat in die dunklen Kammern der eigenen Vergangenheit und nicht wegschaut, wenn sie an die eigenen Untiefen herantritt. Es gehe dorthin, „wo man früher einmal zu Hause war und heute nicht mehr zu Hause sein kann, weil man in der Zwischenzeit den Bordstein und die Skyline gesehen hat“. Letzteres ist eine Anspielung auf ein Album von Bushido und zumindest das leuchtet ein: Denn Zugezogen Maskulin werden  als Persiflage auf Gangsta-Rap und Macho-Attitüde verstanden.
22.2., Musikzentrum

 

HipHop
Nolay
Den Titel „Queen of Grime“ trägt Nolay nicht zu Unrecht. In Londons Untergrundszene ist sie seit über zehn Jahren eine der wegweisenden Aktivkräfte. Selbst ein schwerer Unfall im letzten Jahr konnte sie nicht bremsen, ihre Karriere mir großem Selbstbewusstsein zu forcieren. Sie kollaborierte mit Größen wie Tricky (mit dem sie auch tourte), Plan B oder Mobb Deep und wird gern als weibliches Pendant zu Grime-Boss MC Ghetts, mit dem sie auch zusammenarbeitete, gesehen. Sie selbst sieht den Vergleich kritischer: „I used to be described as ‘the female version of Ghetts’; how do you know Ghetts isn’t the male version of me?“ Wie auch immer; Fans des Genres sollten sich den Termin fest im Kalender ankreuzen und dürfen sich auf Songs wie „I am Legend“ oder „Fire In The Booth“ freuen.
22.2., Béi Chéz Heinz

 

Indie-Rock
Paper Lions
In ihrer kanadischen Heimat sind die Papierlöwen schon lange eine Bank für gefühlsechten Indie-Rock mit einer ganz eigenen Note. Gegründet von den Brüdern John und Rob MacPhee unter dem Namen Chucky Danger Band haben sie sich von ihrem Heimatdörfchen Charlottetown in der entlegenen kanadischen Provinz der Prince Edward Island bis zu Tourneen in Nordamerika und Australien hochgearbeitet. Nun ist auch Deutschland auf dem Tourplan, was uns erstmals in den Genuss der ausgefeilten Songs von Paper Lions bringt. Geprägt sind diese durch den mehrjährigen Aufenthalt des Bandgründers John MacPhee in Kambodscha, wo er sich für die Ärmsten einsetzte. Auch wenn ihr letztes Album „At Long Creek“ fünf Jahre zurückliegt, werden uns die Paper Lions mit einem wundervollen Set ihrer schönsten Songs aus 14 Jahren Bandhistorie verwöhnen.
23.2., Béi Chéz Heinz

 

Jazz
Hidden Jazz Quartett
Was soll beim Hidden Jazz Quartett versteckt werden? Der Jazz? Oder dessen Akteure? Während wir noch rätseln, entdecken wir das jenes Hidden Jazz Quartett in Wahrheit ein Allstar-Team des hannoverschen Groove-Jazz ist. Stephan Abel, Lutz Krajenski, Olaf Casimir und Matthias Meusel sind die Leuchttürme der hiesigen Szene und strahlen bis in alle Welt. Zusammen gebracht hat dieses Projekt Agogo-Labelchef Ralf Zitzmann, dessen Vision von spannend arrangiertem Club-Jazz mit cooler Note das Quartett auf dem Album „Raw And Cooked“ kongenial umsetzte. Am faszinierendsten aber spielt das Quartett die Facetten des Jazz bei ihren wenigen Live-Gigs mit Gästen aus – zuletzt beim 10 Jahre Agogo-Festival im Pavillon mit Sängerin Olivia. Beim Jazz-Club-Gastspiel verstärken gleich zwei VokalistInnen das Quartett: Jazz-Professor Ken Noris und Melane Nkounkolo.
23.2., Jazz Club

 

Metalcore
Despised Icon
Hauptsache hart! Dennoch schien es selbst in den Achtzigern unmöglich, dass beide Lager irgendwann einmal paktieren würden – die Metal- und die Hardcore-Fraktion. Mittlerweile ist der Begriff Metalcore fast schon ein Mainstream-Begriff. Zu den wichtigsten Bands, die beide Lager zusammenbrachten, zählen die kanadischen Despised Icon. Ihr Debüt „Consumed By Your Poison” bündelte den Death-Metal-Sound mit der Kraft von Hardcore, versetzt mit überraschenden Breaks. Diesem Sound als ihr Markenzeichen ist die Band aus Montreal treu geblieben. Auf ihrer aktuellen Europa-Tour erhalten Despised Icon Unterstützung von der Hardcore-Punk-Combo Malevolence aus Sheffield, der Progressive- und Technical-Death-Metal-Band Archspire aus dem kanadischen Vancouver und der Brutal Death Metal-Band Vulvodynia aus dem südafrikanischen Durban.
23.2., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Gangsta-Pop
Haiyti
Haiyti habe die vermeintlichen Grenzen zwischen Straße und Avantgarde, Gangsta und Kunst, Untergrund und Pop kurzerhand eingerissen, heißt es im Pressetext über die Rapperin und Sängerin aus Hamburg,
St. Pauli. „Das brachte ihr Liebe quer durch alle Lager. Dendemann, Haftbefehl, Deichkind: alle Fans. Von finsteren Trap-Höhlen bis zu Rock am Ring: alle am Durchdrehen. (…) Die Zeit erkannte in ihr „Falco, der klingt wie Nina Hagen“ und befand knapp: „Eine Pop-Revolution bahnt sich an.“ Anlass der aktuellen Tour ist das neue Album „Montenegro Zero“.
25.2., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Jazz
Miguel Zenon Quartet
Bei seinem ersten Jazz-Club-Gastspiel verblüffte Miguel Zenon all jene, die allein die Herkunft des puertorikanischen Saxofonisten als Maßstab für dessen Musik nahmen. Doch mit den üblichen hüftschwunganimierenden Latin-Jazz-Mustern hat sein ausgereiftes Spiel zwischen vertrackten Latin-Rhythmen und elaborierten Modern-Jazz-Metamorphosen wenig gemein. Genau deswegen zählt der mehrfach für den Grammy nominierte Glatzkopf zu den überragenden Altsaxophonisten der Gegenwart; weil er Kreativität vor Klischees setzt. Sein neues Album „Tipico“ setzt sich zwar bewusst mit seinen Wurzeln auseinander, im Zusammenspiel mit seiner „working band“ (Luis Perdomo, p; Hans Glawischnig, b, Henry Cole, dr) aber tastet Zenon mit virtuoser Hingabe alle improvisatorischen Parameter ab und zelebriert seine eigene musikalische Vision.
26.2., Jazz Club