Konzerte des Monats

Konzerte des Monats August 2019

Metal
Sleeping Well/Circuit Breach
Mit Sleeping Well und Circuit Breach stellen sich allen, die es hart und heftig mögen, zwei Bands aus Hannover vor. Sleeping Well existieren seit 2011 und spielen nach Eigenaussage „mit lauten Klängen und Klischees“. Dabei überraschen sie ihr Publikum „neben explosiven Shows mit Songs, teils in Überlänge, auch gerne mit gefühlvollen Balladen“. Kurzum: Traditioneller Metal, der auch gern theatralisch sein darf und mit den Klischees des Genres spielt. Circiuit Breach sind zwei Jahre jünger, aber nicht minder gereift in ihrer künstlerischen Aussage. Mit Emphase verkündet das Info: „Von Progressive-, Symphonic-, und Melodic Death Metal beeinflusst, hat die sechsköpfige Band um den kreativen Kopf Florian Schulz eine einzigartige Spielart des Melodic Metal erschaffen, die melancholisch-philosophische Texte mit einem bedächtigen und doch energiegeladenen Sound kombiniert.“ Nun denn.
2.8., Kulturpalast Linden

 

Blues-Rock’n’Roll
Andy Frasco & The U.N
Andy Frasco & The U.N. aus Los Angeles hatten bereits hunderte von Shows jenseits und diesseits des Atlantiks gespielt, als sie im Sommer 2014 eine denkwürdige Premiere feierten. Laut Konzertreview.de brachten sie bei ihrem ersten Gastspiel in Deutschland das Fährmannsfest in Hannover zum Überkochen: „Die Stimmung war gewaltig, die Show von Andy Frasco und seiner Band war großartig und stellte jeden Auftritt des Wochenendes mal locker in den Schatten. Absolute Party-Stimmung und Ekstase war angesagt.“ Die Kalifornier lieferten demnach einen Abriss vom Feinsten ab und auch mit ihren nachfolgenden Touraktivitäten und Festivalauftritten haben sie immer wieder für schiere Begeisterung gesorgt. Nach „Happy Bastards“ (2016) und „Songs From The Road“ (2017) ist im Februar das neue Album „Change Of Pace“ erschienen, mit dem die Band jetzt wie ein heimlich loderndes Highlight aller Konzertkalender durch das Land zieht.
2.8., Bei Chéz Héinz

 

Metal
Crossfaith
Für Bands der harten Schule ist Japan nach wie vor ein Sprungbrett für die große Karriere – siehe etwas die Scorpions. Umgekehrt aber sieht es anders aus. Wer kann eine japanische Hardrock- oder Metal-Band nennen, die es bei uns zum großen Durchbruch geschafft hat? Vielleicht aber gelingt dies jetzt Crossfaith? Das Quintett aus Osaka zählt zu den Grenzgängern der modernen Metal-Szene. Mit ihrem Trancecore füllen die fünf Japaner in ihrem Heimatland bereits die ganz großen Hallen und wollen nun auch uns bei moshende Häupter in Trance versetzen. Mit ihrem aktuellen Album „Ex_Machina” im Schlepptau kommen Crossfaith im Sommer 2019 für drei exklusive Club-Shows nach Deutschland und bringen im Hochsommer die Bühnen wieder zum Siedepunkt.
5.8., Béi Chéz Heinz

 

Rock & Blues
Welshly Arms
Der Bandname ist euch nicht geläufig? Der Song „Legendary“ ganz bestimmt! Die 2017 veröffentlichte Single von Welshly Arms entwickelte sich zu einem phänomenalen Erfolg. Bis heute wurde „Legendary“ allein auf Youtube 15 Millionen und bei Spotify 90 Millionen Mal aufgerufen. Doch all die imposanten Zahlen und Charterfolge sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Band um den Sänger und Gitarristen Sam Getz mehr zu bieten hat. Nach ihrem Debütalbum aus dem Jahr 2015 haben Welshly Arms im Mai 2018 das aktuelle Werk „No Place Is Home“ herausgebracht. Das Sextett kombiniert darauf laut Pressetext „gewagten Alternative Rock mit Gospel-Gefühl und einem Herz aus Blues“.
6.8., Musikzentrum

 

Hardcore
Descendents
Die Westküste hat’s einfach. Die große amerikanische Punkrockschule mag in Schuppen wie dem New Yorker CBGBs ihre Wurzeln haben; der ganz große Strom von wegweisenden Bands aber kommt von der Westküste. Neben den Dead Kennedys und Black Flags des Sonnenstaates waren es vor allem die Descendents, die mit ihrem aufgepoppten Punk-Sound seit 1978 den sogenannten Melodic Hardcore prägten. Nun gehen sie bereits in das vierte Jahrzehnt ihrer Bandgeschichte – genauso ungestüm und unangepasst wie eh und je. Aus Israel reist als Support ein weiter Vertreter des Melodie Hardcore an: Useless ID gründeten sich 1994 in Haifa und tourten bereits mit den Toten Hosen, NOFX, The Vandals und No Use for a Name. Zweiter Support ist die Anarcho-Punk-Band No Sugar aus Kiel und Leipzig.
8.8., Faust

 

Groove-Metal
Prong
Sie sind mit kleineren Pausen seit 1986 unterwegs und haben mit ihrem frühen Hardcore-Punk und späteren Groove-Metal selbst Größen wie Korn oder Nine Inch Nails nachhaltig beeinflusst. Im Pressetext heißt es zu den weniger weit zurückliegenden Jahren des US-amerikanischen Trios: „Nach einer selbst auferlegten Auszeit sprengten Prong die Türangeln ihres ‚Ruhestandes‘ hinfort und veröffentlichten 2012 ‚Carved In Stone‘. Quasi aus dem Nichts heraus schafften es Tommy Victor und Konsorten, all den tragenden Elementen der bisherigen Bandhistorie neues Leben einzuhauchen: Thrash, Hardcore, Industrial Metal etc., all das mit einer geradezu beängstigenden Intensität, die den Nerv der loyalen Fans umgehend traf.“ Auch die nachfolgenden Alben „X- No Absolutes“ (2016) und „Zero Days“ (2017) zeigten Prong in bester Form und live zählen sie ohnehin zu den stärksten Acts weit und breit.
8.8, Béi Chéz Heinz

 

Pop
Kat Frankie
Schöner kann man es sich einen Konzertabend wohl kaum ausmalen: Im Rahmen der Sommernächte im Gartentheater präsentiert Kat Frankie im barocken Ambiente des Großen Gartens gemeinsam mit ihrer Band ihren überbordenden Pop. Die seit 2004 in Berlin lebende Australierin mag es unaufgeräumt, wimmelnd und verschwenderisch und genauso klingt auch ihre Musik. Im Pressetext heißt es dazu: „Sie schreibt die kunstvollsten Songs, die man im hiesigen Pop derzeit findet. Doch wirkt das alles niemals überladen oder konstruiert. Denn Kat Frankie singt auch die schönsten und eingängigsten Melodien.“ 2018 ist mit „Bad Behaviour“ Kat Frankies viertes Album erschienen – ein großes, grenzsprengendes, aber auch höchst intimes Werk.
9.8., Sommernächte im Gartentheater

 

Synth-Rock
Apoptygma Berzerk
Das norwegische Musikprojekt um Bandkopf Stephan L. Groth hat im Laufe der mittlerweile
30-jährigen Karriere jede Menge Genrebezeichnung um sich versammelt. Doch ob Synth-Pop oder Electro-Rock, EBM oder Future-Pop – letztlich greift eine jede Bezeichnung deutlich zu kurz, wenn man das Wesen von Apoptygma Berzerk erfassen will. Über das Album „Harmonizer“ (2002) heißt es etwa im Pressetext, es vermische klare, tanzbare Songstrukturen im 4/4-Takt mit Pop und Trance. Aber: „Die Berserker erweitern diese Richtung durch das Hinzufügen von sehr traurigen, in Moll gehaltenen Akkorden und Melodien. Die tiefschwarzen, samtig-weichen Klänge kommen in der Gothszene und beim Pop-Publikum sehr gut an.“ Nach diversen weiteren Veröffentlichungen ist im April das neue Album „SDGXXV“ erschienen, mit dem Apoptygma Berzerk jetzt live zu erleben sind. Als Special Guest sind The Invincible Spirit und als Support Vile Electrodes angekündigt.
15.8., Capitol

 

Elektro-Swing
Lyre le temps
Es gibt Trends, die dauern ganz schön lange. Nach Brasilectro, Balkan-Beat und Asiatronic war Electro-Swing das mächtig große Ding des vergangenen Jahrzehnts. Aber was heißt war? Der Hybrid aus Electro-Beats und ganz alten Jazz-Sounds sorgt noch immer für viel Schwung auf allen aufgeschlossenen Dancefloors der Welt. Besonders populär ist das Genre im französischsprachigen Raum. Und von dort her kommt auch Lyre le Temps; ein Trio, das seit dem Jahre 2009 ganz weit vorne tanzt und die Synthese aus swingenden Bläsersounds und nach vorne peitschenden Electro-Grooves noch perfektioniert hat. Nach ihrem grandiosen Konzert 2015 im Cafe Glocksee ist der Swinger-Club mal wieder in der Stadt, um die Beine hoch fliegen zu lassen.
23.8., Café Glocksee