Konzerte des Monats

Konzerte des Monats April 2019

Chanson
Evi Niessner singt Piaf
Die ausgebildete Opernsängerin Evi Niessner wurde bereits 1993 beim Bundeswettbewerb Gesang als herausragendes Talent für das französische Chanson entdeckt. Ihre Expertise in Bezug auf Edith Piaf hat sie unter anderem in der Titelrolle des Musicals PIAF sowie in verschiedenen Theaterproduktionen bewiesen und im Jahr 2014 hat Evi Niessner mit dem Pianisten Thomas Teske das Album „Evi chante Piaf – Chanson Divine“ herausgebracht. Beide sind auch im Rahmen der aktuellen Tour zu erleben, über die es im Pressetext heißt: „Zwischen dem ‚traurigsten Tango der Welt‘ von Kurt Weill und einer Achterbahnfahrt durch den Piaf’schen Melodienreigen gewährt Evi Niessner stets den Blick in ihr eigenes Herz. Düster und rauchig mit Straßenschmutz auf der Stimme, energisch und in praller Lebensfreude zelebriert sie ihr genussvoll abgründiges Spiel von Melodram, Pathos und echtem Gefühl.“
12.4., Theater am Aegi

 

Blues
Big Daddy Wilson
Wenn Musiker vor ihren Nachnamen das Attribut „Big Daddy“ setzen, wissen die meisten, aus welchem Genre dieser Musiker stammt – aus dem Blues. Und richtig, Big Daddy Wilson ist einer der Aktivkräfte unter den 12-Taktern. Sein Blues-Motor röhrt noch genauso stark wie vor 25 Jahren, als er das erste Mal auf Jungfern-Tournee ging. 2018 absolvierte er seine Jubiläumstour und beeindruckte seine Fans in Europa mit einer gewohnt energiegeladenen Bu¨hnenshow. Nun kommt er auf „Deep in my Soul“ Tour, um uns mit auf eine Reise in seine Seele zu nehmen. Er singt von den tiefsten Gefu¨hlen in seinem Herzen, u¨ber Leid und u¨ber Freude, u¨ber das Leben und die Liebe. Er legt alles offen, was tief in seiner Seele steckt – Deep in his Soul. Begleitet wird er dabei von den Goosebump Brothers; seiner Band, mit der er im letzten Jahr den Preis der deutschen Schallplattenkritik bekommen hat.
13.4., Blues Garage Isernhagen

 

Ska-Pop
Les Bummms Boys
Schräger Name, schräge Musikmischung, große Akzeptanz beim Publikum: die Bummms Boys (mit drei mmm wohlgemerkt!) aus Rostock sind im Club-Zirkus ein Garant für volle Locations, viel Spaß und wild tanzende Band-Fans. Das Quintett sieht sich selber als eine Promenadenmischung  aus Brasskapelle und Indie-Band. Mit viel Schalk im Nacken erhitzen sie Zutaten aus Pop, Balkan-Beat, Ska und Rock’n’Roll zu einem scharfen wie groovigen Mix aus geistvollen Wortspielen und treibenden Beats. Über den Namen der Band lässt sich durchaus streiten, über die Musik nicht – die ist originell, mitreißend und schlichtweg gut.
13.4. Kulturpalast Linden

 

Jazz
New Standard Trio
Erst im Februar war Jamie Saft zu Gast in Hannover – in der Tonhalle im Duo mit dem hannoverschen Saxophonisten Stefan Abel. Nur zwei Monate später ist er wieder da. Am besten wäre es wohl, der New Yorker Keyboarder würde ein mal im Monat mit einem neuen Projekt nach Hannover kommen. Dennoch würde es lange dauern, bis er alle seine Projekte schließlich vorgestellt hätte. Schließlich ist dem Mann mit dem Rauschebart nichts fremd. Oper, Folk, Dub-Reggae, Psych-Rock, Heavy Metal, Jazz – all das findet sich in seiner Musik wieder. Diesen Monat aber geht es ausschließlich um Jazz-Standards. Zusammen mit dem melodiös trommelnden Bobby Previte und der lebenden Bass-Legende Steve Swallow schlägt Saft den Bogen von Jazz-Größen wie Horace Silver, Jimmy Smith oder Joe Zawinul bis zum Grandseigneur der Avantgarde, John Zorn. Standards, die neue Standards setzen.
17.4., Jazz Club

 

Jazz
Leimgruber/Demierre/Phillips/Lehn
Seit bald 20 Jahren stößt das Trio um die erfahrenen Klangforscher Urs Leimgruber (Sopran- & Tenorsaxophon), Jacques Demierre (Piano) und Barre Phillips (Kontrabass) in das abenteuerliche Labyrinth der Improvisation vor. Dabei bringen die Drei, so das Info, „ihre stupende Musik des Moments immer wieder anders und überraschend auf den Punkt“.  Sie stossen in klangliche Gefilde vor, die sie oft selber überraschen. Alles geht, alles ist möglich, aber alles mit allergrößter Konzentration und Selbstanalyse. Noch überraschender wird die Musik der drei akustisch musizierenden Klangtüftler durch den Analogsynthesizer-Spieler Thomas Lehn, der als vierter Mann mit selbst gestochenen Lochkarten und allerlei Klangmanipulationen an vorsintflutlichen Synthis eine neue klangliche Dimension schafft .
25.4., Tonhalle

 

Reggae
Berlin Boom Orchestra
Das Berlin Boom Orchestra steht laut Eigendefinition für „urbanen Reggae jenseits des gängigen Klischees vom tiefenentspannten Feel-Good-Gedudel. Direkt aus den dreckigen Clubs der Hauptstadt trifft Mittelfinger-Attitüde auf Lovers Rock, Pro-Homo auf knallharten Dancehall, beißende Kritik auf verkifften Dub und karibische Vibes auf Berliner Schnauze.“ Die neunköpfige Band um Sänger Filou ist mit diesem Konzept bereits seit über zehn Jahren unterwegs und wird tatsächlich immer besser. Nach „Kopf, Stein, Pflaster“ (2015) hat das Berlin Boom Orchestra mit „Reggae Punks“ gerade ein neues Album herausgebracht, das die hinlänglich gereiften Qualitäten auf die Spitze treibt. Die Songs haben allesamt Kopf, Herz, Hand und Fuß und sind hervorragend produziert. Live dürfte der neue Stoff für durchschlagende Stimmung sorgen!
25.4., Lux

 

Kammer-Pop
Donauwellenreiter
Eine Donauwelle, das ist ein süßes Nichts aus Rührteig, Sauerkirschen, Buttercreme und Kakao. Und ein Donauwellenreiter? Sicherlich etwas, wo ganz viel ganz lecker durchmischt wird. Richtig! Aus der kulturell durchmischten Metropole Wien kommt das eigenwillig besetzte Quartett Donauwellenreiter, das Folklore, Pop, Jazz, Klassik, Kammermusik, Weltmusik und noch einiges mehr zu einem packenden, sinnlich und intellektuell stimulierenden Ganzen zusammenbackt. Dabei bewegen sich  Maria Craffonara (Gesang, Violine), Thomas Castañeda (Klavier), Jörg Mikula (Schlagzeug) und Lukas Lauermann (Cello) frei zwischen Pop-Band, Kammerorchester und Jazz-Combo. „Virtuoses Vermögen gepaart mit Leichtigkeit und musikalischem Tiefgang“, lobt das Info. Wir sind gespannt!
26.4, Schloss Landestrost

 

Punkrock
Teenage Bottlerocket
Bereits mit ihren ersten Alben „Another Way“ (2003) und „Total“ (2005) konnten Teenage Bottlerocket aus Wyoming für einiges Aufhorchen sorgen und spätestens seit „They Came From The Shadows“ (2009), ihrem Debüt für das einflussreiche Kultlabel Fat Wreck Chords, zählen sie zu den profiliertesten Vertretern des Skate-Punk. Nach dem Tod des Gründungsmitglieds und Schlagzeugers Brandon Carlisle im Jahr 2015 haben sie Mitte März das neue Album „Stay Rad!“ veröffentlicht und die Qualität der Songs lässt auf eine Tour in bester Verfassung hoffen. „Teenage Bottlerocket haben ihre Power und ihren humorvollen Spirit nicht verloren“, schreibt etwa das Online-Magazin Count Your Bruises. Support: The Haermorrhoids.
26.4., Faust, Mephisto

 

“Global Umpa“
Malaka Hostel
Sie selbst nennen es „Global Umpa Music“ und das ist vielleicht nicht viel mehr als der reinsten Verlegenheit geschuldet. Wie sonst soll man einen so vielgliedrigen Stilmix auch sonst kurz und bündig benennen. Malaka Hostel aus Freiburg bedienen sich an Folk, Ska, Swing und Polka, verbinden Balkan-Beats mit Rock’n‘Roll-Riffs und singen spanisch, englisch, deutsch und tschechisch. „Eine bunte Mischung, eine bunte Truppe“, bekennt der Pressetext und verspricht: „Eins ist sicher – Eskalation auf der Bühne!“ Anlass für die aktuelle Tour ist die Veröffentlichung des lang ersehnten Debütalbums „Dizko Fatale“.
27.4., Béi Chéz Heinz

 

Soul
Judith Hill
Judith Hill? Noch nie gehört? Wem der Namen nichts sagt, der hat ihre Stimme vielleicht doch mal gehört. Etwa bei der weltweit im TV ausgestrahlten Trauerfeier zum Tode Michael Jacksons, als Judith Hill die Ballade „Heal The World“ sang. Ihren Stellenwert in der schwarzen Musikszene belegen Aufnahmen mit dem Soul-Giganten Stevie Wonder. Und wenn es eines Adels-prädikates bedurfte, so verlieh in ihr Prince, der ihr Debüt-Album 2015 produzierte. Erstmals nach Hannover kommt Judith Hill Solo mit ihrem dritten Album, das eine „wunderbare autobiografische Reise durch die Musik, die sie am meisten liebt: Funk, Soul, R&B, Jazz Ballads and Funky Workouts“ verspricht. Übrigens: nur ein Tag nach Judith Hill ist ein weiterer Star im Jazz-Club. Der Gitarrist John Scofield präsentiert am 29. & 30.4. sein neues Album „Combo 66“.
28.4. Jazz Club

 

Mon dieu!
We Invented Paris
EEs ist schon ein Buckel mit der Postmoderne in der Popmusik. Wer etwas auf sich hält, der dechiffriert, der dekonstruiert, der erfindet sich immer wieder neu, der macht aus Popmusik Kunst. Was ja nichts Schlechtes sein muss. Siehe We Invented Paris. Das Schweizer Kollektiv um den Basler Sänger und Songwriter Flavian Graber vereint Musiker, Designer und Filmemacher und überdenkt sein Klangbild seit dem Startschuss vor neun Jahren immer wieder neu. Neuster Stand der Dinge: Der Songwriter-Habitus der letzten Jahre ist nun retro-elektronischer, aber zeitloser Popmusik gewichen. Versprochen ist eine „Tour d’Entourage“, die sich im wesentlichen aus den Songs des neuen Albums „Are We There Yet“ speist.
28.4., Pavillon