Konzerte des Monats

Konzerte des Monats August 2018

Festival
RockeN am Brocken
W er’s besonders idyllisch mag, reist mit der Brockenbahn an. Und steigt in Elend, das ist in der Nähe von Sorge und Wernigerode, aus. Dann noch ein paar Hügel weiter. Schon ist man auf einem wundervollen Plätzchen, der grünen Wiese Gieseckenbleek, auf dem im Winter Skilanglauf betrieben, im Sommer aber abgerockt werden kann. Seit zwölf Jahren zieht es an die 6.000 Festivalgänger ins Harzer Riesengebirge. Die Musikfarbe changiert zwischen Indie, Rock, Pop und Elektronik. Es ist ein Festival, das auf keine Superstars setzt, aber auf die Stars von morgen. In Elend sind sie zu entdecken – Bands wie Kid Dad, Son Of Polvo oder Lion Sphere. Ohne Top-Acts aber kommt auch Rocken am Brocken nicht aus. In diesem Jahr sind das Mighty Oaks, -Olli Schulz und Von Wegen Lisbeth.
2.-4.8., Elend

 

Metal
Misery Index u.a.
Mit voller Breitseite gegen das Sommerloch. Dieses Metal-Dreierpack versüßt allen Kutten- und Nietengürtelträgern unserer Stadt einen Abend in Zeiten kollektiver Post-WM-Depression. Wer’s nicht glaubt, dem macht es das Presseinfo schmackhaft. Die an Eins gesetzten Misery Index um Jason Netherton (Ex-Dying-Fetus-Sänger) „ballern wie ein Vorschlaghammer im beinahe perfekten Spagat aus Technik, Leichtfüßigkeit, Brutalität und Eingängigkeit dem Zuhörer sozialkritische und links-politisch orientierte Texte um die Ohren“. Origin wiederum „walzen mit typischem Technical-Gefingere und reichlich Tempo wie ein ICE durch den Schädel der Hörer. Hier wird gebolzt, abgeholzt, gefrickelt, gekrächzt und gegrowlt“. Bei Broken Hope „trifft jeder Takt direkt ins Schwarze“. Versprochen ist guter, alter „Death Metal der amerikanischen Schule“. Große Worte, großes Kino, harte Musik!
12.8., Béi Chéz Heinz

 

Hardcore
Still Cold BBQ
Was heißt hier kalt? Diese Hardcore-Barbecue-Pool-Party wird heiß. Das hat weniger damit
zu tun, dass sie im Sommer stattfindet, sondern an der Hardcore-Breitseite, die ein halbes Dutzend Bands auf den geneigten Fan von Musik härterer Gangart zwischen Punk, Hardcore und etlichen Spielarten des Metal abfeuern. Stehvermögen und Ausdauer sind Grundvoraussetzungen für alle, die ab 16 Uhr sich in der 60er-Jahre-Halle bis in die Nacht austoben wollen. Neben den Headlinern Terror und Take Offense von der West- und H2O von der Ostküste ballern die Lokalhelden Risk It, Harm/Shelter und Slope so hart, wie es nur geht. Veganes und Fleisch vom Grill, Burger, Pizza und Eiscreme sorgen dafür, dass niemand verhungern muss. Die antrainierten Fettzellen können dann am Pool im Biergarten präsentiert werden.
12.8., Faust

 

Crossover-Metal
Limp Bizkit
1994, Jacksonville, Florida. Vier aufstrebende junge Männer namens Sam Rivers, John Otto, Fred Durst und Wes Borland nehmen den sonderbaren Bandnamen „Weicher Keks“ an und entwickeln einen Crossover-Sound, der doch alles andere als weich erscheint. Zwei Dekaden später zählen Limp Bizkit zu den erfolgreichsten und prägendsten Protagonis-ten des Nu Metal und ihre Alben wie „Significant Other“ (1999) oder „Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water“ (2000) wurden laut Wikipedia weltweit rund 50 Millionen Mal verkauft. Sieben Jahre nach „Gold Cobra“ wartet die internationale Fangemeinde zwar noch immer sehnsüchtig auf die Veröffentlichung des seit längerer Zeit angekündigten neuen Albums „Stampede Of The Disco Elephants“. Doch bis dahin lässt es sich ganz hervorragend mit einer dicken Live-Packung von Limp Bizkit leben. Von „Nookie“ und „My Way“ über „Hot Dog“ und „Break Stuff“ bis zu „Rollin‘“ und „My Generation“ gibt es jede Menge Genre-Klassiker von und mit den kultisch verehrten Bühnenkoryphäen um die Ohren.
15.8., Swiss Life Hall

 

Jazz-Pop
Twana Rhodes
Das ist das Schöne am Kultursommer: mit Musik lassen sich viele bezaubernde, für den ein oder anderen noch unbekannte Orte entdecken. Wie etwa der Bauhof in Hemmingen, der für Ortsansässige natürlich längst zur Kulturoase geworden ist. Wer noch nie da war, nimmt das Konzert der amerikanischen Sängerin Twana Rhodes zum Anlass, mal in den Süd-westen Hannovers zu reisen. Ihr Gig ist für alle eine Entdeckung, die Alben von Norah Jones, Diana Krall oder Rebekka Bakken im Regal haben (bzw. auf ihrem Smartphone). Man darf es Jazz nennen. Auch wenn es nach den Bewertungskriterien orthodoxer Jazzforscher doch eher Pop ist. Soul ist natürlich auch ein Begriff, der taugt. Live aber verschwimmen diese Begriffe. Twana Rhodes nimmt ihre Hörer mit auf eine Reise in ihr eigenes musikalisches Reich – mit einer Stimme, die tief berührt.
23.8., Kulturzentrum Bauhof

 

Schlager-Kult
Dieter Thomas Kuhn
“Dieter Thomas Kuhn & Band machen süchtig! Süchtig nach ihren Konzerten, nach guter Laune, nach Party, nach den nettesten und schärfsten Fans der Welt, nach einem Abend und einer Nacht der ganz besonderen Art. Wer schon einmal da war, weiß, wovon wir sprechen. Wer einmal da war, kommt immer wieder!“ So hieß es alle Jahre wieder im Pressetext und so kann man das nach wie vor stehen lassen. Die unglaubliche, ausgelassene Stimmung bei den Konzerten von Kuhn spricht Bände. Die „singende Fönwelle“ hat bereits in den Neunzigern den Schlager-Kult auf die Spitze getriebenen und auch zwei Dekaden später ist der Andrang ungebrochen. Im vergangenen Jahr sahen über 160.000 Fans seine Shows und auch im Rahmen der aktuellen Tour unter dem Motto „Für immer und Dich“ werden die Spielstätten überschäumen.
24.8., Gilde Parkbühne

 

Indie-Rock
Ich kann fliegen
Rückblick 2012: Beim Bundesvision Song Contest konnten sie mit dem von Annette Humpe getexteten Song „Mich kann nur Liebe retten“ den dritten Platz feiern und gleichzeitig stand ihr Debütalbum auf Platz 59 der deutschen Albumcharts. Mit dem Crowdfunding-finanzierten Nachfolger „Alles flimmert“ konnten sie an diese öffentlichkeitswirksamen Erfolge zwar nicht ganz anknüpfen, doch der Qualität ihrer Songs hat das alles andere als schlecht getan: „Hinter den vier hannoverschen Jungs liegen turbulente Jahre mit vielen Höhen und Tiefen und das hört man. Befreit kann die Band jetzt endlich aussprechen, was sie auf der Seele hat. Die Gitarren dürfen wieder pfeifen, die Stimmen wieder kratzen“, so der Pressetext. Support: Bukow.
25.8., Lux

 

Pop
Max Giesinger
Seit seiner Teilnahme an der Castingshow The Voice of Germany 2011 ging es mit Max Giesinger ziemlich steil bergauf. Nachdem er es bis ins Finale geschafft hatte, stieg sein Song „Dach der Welt“ bis auf Platz 15 der deutschen Singlecharts. Es folgten zwei erste Deutschlandtourneen und mit der Trennung vom damaligen Label nur ein vermeintlicher Rückschlag. Denn das über Crowdfunding finanzierte und in Eigenregie veröffentlichte Debütalbum „Laufen lernen“ bahnte den Weg zum ganz großen Durchbruch mit dem zweiten Album „Der Junge, der rennt“ (2016). Insbesondere im Zuge der Fußballeuropameisterschaft entwickelte sich der Song „80 Millionen“ zu einem immensen Erfolg und auch die zweite Single „Wenn sie tanzt“ war ein unausweichlicher Hit. Als sommerlicher Höhepunkt des Themenjahres „Burgdorf – klingt gut“ tritt Max Giesinger auf dem Burgdorfer Schützenplatz auf. Im Vorprogramm ist unter anderem die hannoversche Sängerin Lea zu erleben.
25.8., Schützenplatz Burgdorf

 

Rap
Savas & Sido
Die bundeshauptstädtischen Sprechgesangsoriginale laden zur Bestandsaufnahme: Während Bu-shido auch mit der neuen Single „Hades“ seine überstrapazierte Gangsterromantik pflegt, sind Savas & Sido weiterhin mit ihrer nostalgischen Deutschrap-Revue namens „Royal Bunker“ unterwegs. Auf dem im September 2017 veröffentlichten Album blicken die beiden Berliner Pioniere mit zwei übergroßen Portionen Selbstbewusstsein auf ihr Vermächtnis zurück. Oder wie es im Pressetext heißt: „Sie sind die weißen Haie des deutschen Raps, die die ‚Nahrungskette‘ anführen, die Urgesteine, die neue Maßstäbe setzen und live einfach unantastbar sind. Hier ist purer Rap garantiert.“
30.8., Gilde Parkbühne

 

Weltmusikpop
Fjarill
Die Biografien der beiden Damen sagen schon viel über ihre Musik aus. Die eine ist auf einem Hof bei Dalarna im hohen Norden aufgewachsen, die andere 12.000 Kilometer entfernt auf einer kleinen Farm nahe Pretoria. Bis eines Tages die Liebe beide an die Elbe verschlug und sie sich auf einem Weihnachtsbasar über den Weg liefen. Vor diesem Hintergrund kann die Musik des Duos nur kosmopolitisch ausfallen. In der Tat. Die Pianistin und Sängerin Aino Löwenmark und die Geigerin Hanmari Spiegel sind Fjarill (Schmetterling auf Schwedisch). Sie spielen einen wie verzaubert wirkenden Folk-Pop, der in aller Welt zu Hause scheint. Im Konzert überraschen beide immer wieder mit Tonkombinationen zwischen kammermusika-lischem Folk, Weltmusikpop und Jazz-Einsprengseln. Wobei ihre Musik von wehmütig bis fröhlich gern die Stimmung wechselt. Besondere Musik für einen besonderen Ort: das Kultursommer-Konzert findet unter „dem Dach“ im wunderschönen Bürgerhaus im alten Ortskern von Bissendorf statt.
31.8., Bürgerhaus Bissendorf