Konzerte des Monats

Konzerte des Monats Mai 2018

Punkrock
Itchy
Ob mit oder ohne Poopzkid – auch nach der Namensverkürzung sind die Auftritte von Itchy ein erstklassiges Vergnügen. Wo und wann man sie auch immer sieht, Sibbi, Panzer und Max ziehen jedes Publikum innerhalb kürzester Zeit auf ihre Seite. Sie stellen mit ihrer sympathischen Art und ihrem bestechend druckvollen, mitreißenden Sound so etwas wie ein Garantieschein auf gute Stimmung aus. Das sechste Album „Six“ sorgte 2015 erstmals in der Bandgeschichte für eine Top-5-Platzierung in den deutschen Charts – und dennoch sagte Panzer: „Wir sind vor allem eine Live-Band. Wir haben schon während der Aufnahmen gemerkt, dass sich die neuen Songs perfekt dazu eignen, auf Konzerten Unruhe zu stiften.“ Und so geht es auch 2018 weiter: mit dem neuen Album „All We Know“ und altbekannten Bühnenqualitäten.
27.4., Musikzentrum

 

Rhythm & Blues
Dr. Feelgood
Für die einen sind sie schlicht ein Pubrock-Band, für die anderen die heißeste Rhythm&Blues-Kapelle, die je aus England kam. Für einige sind sie sogar in der Punk-Bewegung zu verorten. Auf jeden Fall aber ist ihre Musik nichts für Sesselpupser und Warmduscher. Dr.Feelgood gründeten sich in den frühen Siebzigern auf Canvey Island in Essex und mischten fortan mit rauen und kompromisslosen Auftritten die Clubs des Landes auf. Süffige Rhythm’n’Rock-Hymnen wie „Milk And Alkohol“ oder „Down At The Doctors“ zündeten bei jeder Party. Ihr 1976 erschienenes Livealbum „Stupidity“ landete gar auf Platz eins der englischen Charts. Und auch heute noch rocken Dr. Feelgood jeden Club in Grund und Boden – auch wenn der legendäre und verstorbene Frontshouter Lee Brilleaux nicht mehr mit dabei ist. Die derzeitige Besetzung der Band besteht aus Kevin Morris am Schlagzeug und Phil Mitchell am Bass, beide seit 25 Jahren Mitglieder der Band, Gitarrist Steve Walwyn, seit 17 Jahren in der Band und Sänger Robert Kane (früher bei The Animals), der seit 1999 mitrockt.
27.4., Blues Garage

 

Metal
Havok / Darkest Hour …
Das Thrash-Metal-Quartett Havok aus Denver hat sich bereits im Vorprogramm von Größen wie Sepultura, Suicidal Tendencies, Anthrax und Megadeth sowie mit zwei EPs und vier Alben empfohlen. Mit Bezug auf die aktuelle Veröffentlichung „Conformicide“ heißt es im Pressetext: „An roher Energie mangelt es auch den neuen Songs nicht. Doch am besten sind Havok nach wie vor live.“ Um diesen Ruf solide zu untermauern, ist die 2004 gegründete Band den gesamten April in Europa unterwegs. Mit von der Partie sind Darkest Hour aus Washington, D.C.. Ihr Sound zwischen Metalcore und melodischem Death Metal hat laut Ankündigung „immer einen Fuß im Thrash, ohne dabei die typischen, an Iron Maiden erinnernden Gitarren-Soli zu vergessen“. Ebenfalls im Aufgebot: Cephalic Carnage aus Denver und Harlott aus Melbourne.
28.4., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Metalcore
Alazka / We Came As Romans …
Die 2012 unter dem Namen Burning Down Alaska gegründete Band aus Recklinghausen hat nicht nur ihren Namen geändert. Eine deutliche Entwicklung lässt sich auch an der Besetzung und der stilistischen Ausrichtung erkennen. Vor rund zwei Jahren verstärkten sich Alazka um einen zweiten Sänger und auf dem 2017 veröffentlichten Album „Phoenix“ treffen Indie-Postrock-Klänge auf die Hardcore-Wurzeln. Nach ihrer Show im Mephisto vor einem halben Jahr sind Alazka aktuell im Doppelpack mit We Came As Romans aus Michigan zu erleben. Deren zwischen Post-Hardcore, Metal- und Trance-Core angesiedelter Sound wurde zuletzt auf dem Album „Cold Like War“ manifestiert. Support: Polaris aus Sidney und The Plot In You aus Ohio.
29.4., Faust/60er-Jahre-Halle

 

Punk
Nothington
Die Westküste hat’s einfach. Die große amerikanische Punkrockschule mag in Schuppen wie dem New Yorker CBGBs ihre Wurzeln haben; der ganz große Strom von wegweisenden Bands aber kommt von der Westküste. In die Fußstapfen der Dead Kennedys und Black Flags des Sonnenstaates Kalifornien treten Bands wie Nothington. Das Quartett aus San Francisco spielt rauen, melodiösen Punkrock mit whiskeygegerbter Stimme und eingängigen Melodien, wie man es sich für hymnischen Ami-Punk nur wünschen kann. Nothington haben ihr aktuelles, viertes Album „In The End“ und zwei weitere Bands mit im Gepäck. Western Settings kommen aus San Diego und beackern ebenfalls das Melodic-Punk-Feld. Aus Osnabrück wiederum reisen North Alone an und verquicken die lieb gewonnenen Tugenden der alten NoFX-Lagwagon-Schule mit der Hemdsärmeligkeit von zeitgenössischeren Folkpunkern wie Flogging Molly, Old Man Markley oder Frank Turner.
29.4., Béi Chéz Heinz

 

Classic Rock
Martin Barre & Band
Na klar, an diesen Sound erinnern sich alle mit der Gnade der frühen Geburt geehrten Rock-Connaisseure. Es war vor allem der Sound der Querflöte, der Songs wie „Locomotive Breath“ und Alben wie „Aqualung“ oder „Thick As A Brick“ so einzigartig machte. Die Stimme von Jethro Tull war die von Ian Anderson, aber sie wäre nichts ohne die Gitarrensoli von Martin Barre auf letzt genannten Meisterwerken. Martin Barre war von 1968 bis 2012 neben Ian Anderson das ständige Mitglied und Aushängeschild von Jethro Tull. Nachdem Jethro Tull eine längere Tourneepause einlegten, entschied sich Barre die Rock-Klassiker mit eigener Band auf die Bühnen zu bringen. In dieser versammeln sich alte Jethro-Tull-Veteranen und Spitzenmusiker des Blues-Rock-Genres, um die alten Klassiker erneut zum Leuchten zu bringen – auch ohne Querflöte.
29.4., Blues Garage

 

Folk Noir
Tokunbo
Lange Jahre sagt sie Jazz zum Soul. Zumindest lautete so das Motto ihres Duos mit dem Saxophonisten Morten Klein namens TokTokTok. Mit dem hat sie fast alles erreicht, was man im europäischen Soul-Jazz erreichen kann. TokTokTok aber existiert nicht mehr. Tokunbo macht jetzt alleine weiter und ist vor ein paar Jahren wieder von Freiburg nach Hannover zurück gezogen. Ihre Musik hat sie dabei einem kleinen Relaunch unterzogen. „Folk Noir“ nennt sie nun ihre Musik, die alte TokTokTok-Fans aber nicht vor den Kopf stößt. Diese Stimme könnte auch aus dem Telefonbuch vorlesen und man würde ihr beseelt folgen. Oder aus einem Märchen. Ein solches war die Inspiration für ihr zweites Album „The Swan“, das sie nun im Pavillon live vorstellt. „Ich freue mich auf das Konzert im Pavillon, einem meiner liebsten Konzertsäle und auf das Wiedersehen mit alten und neuen Freunden“, sagt Tokunbo.
4.5., Pavillon

 

Folk-Pop
Kari Bremnes
Ihren Stammplatz auf der Bühne im Pavillon hat Kari Bremnes sicher. Sie ist ein gern gesehener Gast am Raschplatz. Im Laufe der Jahre hat sich die Sängerin aus Svolvaer auf den Lofoten ein loyales Publikum ersungen, das ihrer entschleunigten Melange aus arktischem Folk, unterkühltem Jazz und weich gezeichneten Pop-Songs begeistert folgt. In ihrer mittlerweile drei Jahrzehnte andauernden Karriere brachte Kari Bremnes sechzehn Soloalben heraus. Die Norwegerin hat in ihrer Heimat und mittlerweile auch bei uns Ikonenstatus. Und jedes Mal, wenn alle bei ihren Konzerten denken, nun würde es aber doch ein wenig zu düster und melancholisch, macht die anmutige Sängerin einen alles entspannenden Scherz – und schon scheint wieder die (Polar-) Sonne. Das kann sie einfach: Die Balance halten – zwischen Wehmut und Glück, Dunkelheit und Licht.
6.5., Pavillon

 

Jazz
Craig Tabor Quartet
ECM! Allein das Nennen dieser drei Buchstaben im Jazz-Kontext führt bei Musikkennern zu ehrfürchtigem Innehalten. Sie verbinden damit ein bestimmtes Cover-Artwork und Musik, die künstlerisch wertvoll ist, aber nicht weh tut. Dabei lässt sich das wohl wichtigste Jazz-Label der Welt, ansässig in München, auf keinen bestimmten Stil festlegen. Bestes Beispiel: Der Pianist Craig Taborn. Er hat mit vielen Größen des modernen Jazz zusammengespielt. Er kann sowohl elektrisch, als auch akustisch. Er ist ganz weit draußen, aber auch ganz tief drinnen. Jazz-Kenner verstehen, was gemeint ist. Nach einem Solo- und einem Trio-Album ist Taborn nun mit seinem Quartett-Album „Daylight Ghosts“ auf Tournee. Ein Quartett, das fast schon eine Allstarband ist. Der Schlagzeuger Dave King ist Mitbegründer von The Bad Plus. Der Komponist, Saxophonist und Klarinettist Chris Speed ist eine Größe der New Yorker Improvisationsszene und Bassist Chris Lightcap tourte mit Cecil Taylor, Archie Shepp oder John Scofield.
7.5., Jazz Club

 

Fingerstyle
Andy McKee
In seinem Heimatbundesstaat Kansas begeisterte Andy McKee bereits ab 2001 bei diversen Auftritten und Wettbewerben. Doch seit dem Start von Youtube im Jahr 2006 geht die Karrierekurve des Gitarristen komplett durch die Decke. Allein die Videos zu den Songs „Drifting“ und „Rylynn“ wurden bis heute fast 90 Millionen Mal aufgerufen. Und auch die vielen weltweiten Auftritte wie etwa als Gast von Prince auf dessen Welcome-2-Australia-Tour 2012 haben Andy McKee immer wieder neue Fans eingebracht. Nach der Veröffentlichung des brandneuen Albums „Live Book“ ist der Ausnahmegitarrist im Rahmen seiner aktuellen Tour auch in Hannover zu erleben.
8.5., Pavillon

 

Rock
Joachim Witt
Ein Kurzresümee einer langen Karriere: Seine frühen Alben zu Beginn der Achtziger inklusive der Hits “Kosmetik”, “Goldener Reiter” und “Tri Tra Trullala (Herbergsvater)“ gelten vielen Kritikern als musikalisch wegweisend. Sein viel beachtetes Comeback mit dem Album „Bayreuth“ (1998) und der Single „Die Flut“ ist nach kommerziellen Maßstäben sein bis dato größter Erfolg. Und so sehr ihm die Etikettierungen „Neue Deutsche Welle“ oder „Neue Deutsche Härte“ auch anhaften mochten, war Joachim Witts Schaffen eigentlich immer darüber erhaben. Nach „DOM“ (2012), „Neumond“ (2014), „ICH“ (2015) und “Thron” (2016) ist im März „Rübezahl“ erschienen. “Ein Album wie ein musikalisches Gewitter – launisch, temperamentvoll, rigoros und stolz”, so der Pressetext. Support: Scarlet Dorn.
9.5., Musikzentrum

 

Soul-Pop
Lisa Stansfield
Ihr Gastgesang auf dem Coldcut-Song „People Hold On“ (1989) war der Auslöser für eine großartige Karriere. Noch im selben Jahr erschienen die beiden Solo-Singles „This Is The Right Time“ und „All Around The World“, von denen sich insbesondere die zweite zu einem sensationellen Erfolg entwickelte. Und bis heute hat Lisa Stansfield insgesamt acht Studioalben herausgebracht, die ihren guten Ruf als Soul-Pop-Sängerin der Spitzenklasse mehr und mehr untermauert haben. Über das aktuelle Werk „Deeper“ heißt es im Pressetext: „Pop, Jazz, Dance, Motown und Northern Soul verschmelzen, getragen von der voluminösen, facettenreichen Stimme der zierlichen Mrs. Stansfield, zu funky groovenden Disco-Tracks, wohl temperierten Soul-Pop-Balladen sowie entspannten Easy-Listening-Songs.“
13.5., Theater am Aegi

 

Rock
Unheilig & The Dark Tenor
Unter dem Tourmotto “Ein letztes Mal” hatten sich Unheilig in der Besetzung um den Sänger und Songschreiber Der Graf eindringlich von ihren Fans verabschiedet. Vier Jahre später kann der Zauber noch einmal in einer ganz besonderen Konstellation nachempfunden werden. Die Unheilig-Musiker Henning Verlage, Martin Potthof und Christoph “Licky” Termühlen treten gemeinsam mit The Dark Tenor an, um die Hits beider Bands mal klassisch und mal rockig live zu performen und neu zu interpretieren. Support: Körner.
17.5., Capitol

 

Punk
Montreal
Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 haben Montreal die Bühnen von 18 Ländern bereist – auf eigene Achse oder gemeinsam mit Kollegen wie Royal Republic, Madsen und Bloodhound Gang. Bemerkenswerter Begleiteffekt dieser umtriebigen Touraktivitäten: Das Hamburger Trio zählt zu den wenigen deutschsprachigen Bands, die auch in Russland und anderswo auf treue Fankreise bauen können, die ihre Texte lauthals mitsingen. Und dass Montreal eine absolute Bank zwischen Pop und Punk sind, haben sie im Sommer 2017 auch mit dem mittlerweile sechsten Studioalbum „Schackilacki“ bewiesen. Die Songs gehen mit reichlich Groove nach vorne und dürften sich perfekt einfügen in die schweißtreibenden Live-Shows. Aber auch die klugen, humorvollen und pointierten Texte sind allerehrenwert: „Allein das macht ‚Schackilacki‘ zu einem verdammt hörenswerten Album“, so das Gringoz Magazine. Nach ihrem ausverkauften Konzert im Oktober laden Montreal jetzt zur Zusatzshow.
18.5., Musikzentrum

 

Jazz
David Helbock Trio
Jahrzehnte galt das Klaviertrio als das unhippste Format der Jazzgeschichte. Saxophon war viel cooler. Trompete sowieso. Aber, um jetzt Bob Dylan zu zitieren, die Zeiten ändern sich. Seit E.S.T oder The Bad Plus eine neue Klangästhetik etablierten, schwemmen Trios mit sehr individuellen Ansätzen die Szene. Zu den herausragenden jungen Pianisten zählt der Österreicher David Helbock. Sein auf dem Act-Label erschienenes Album „Into The Mystic“ ist von den Geschichten verschiedener Kulturen und deren Mythologie inspiriert und findet mit großer Imaginationsfähigkeit die ideale Balance aus ruhigen Momenten und treibenden Passagen. Mit seinem aktuellen Trio überrascht er zudem mit unkonventionellen und humorvollen Facetten.
18.5., Schloss Landestrost, Neustadt a.Rbg.

 

Jazz
Robin McKelle
Sie ist nicht das erste Mal im Jazz Club. Aber dieses erste Mal ist schon wieder so lange her, dass dies zweite Konzert wieder fast wie ein erstes Mal ist. Auf jeden Fall hat die britische Sängerin ein Gespür dafür mit direktem emotionalen Zugang jeden Song so klingen zu lassen, als würde sie ihn das erste Mal singen – sogar Songs des „Rat packs“ oder des „great american songbook“. Aber sie kann mehr. Sie kann Pop-Fans verzaubern. Sie hat den Soul. Und natürlich den Jazz. Ihr neues Album „Melodic Canvas“ ist wie ein musikalischer Trip „down to the Old South“, schillernd und vielseitig. Und es ist ein Kommentar zur Zeit, sozial, politisch, persönlich, authentisch. Kann man gar nicht of genug hören und erleben. Weil es immer wie das erste Mal klingt.
25.5., Jazz Club

 

Americana
The Handsome Family
Wer noch nie den Namen Handsome Family gehört hat, kennt vielleicht dennoch ihre Musik. Voraussetzung: Der Genuss einer der coolsten TV-Serien aller Zeiten, „True Detective“. „Far From Any Road“, der Titelsong zu den suggestiven Bildern, stammt von eben jener Handsome Family. Eine Familie hinter der sich ein Ehepaar versteckt – die aus New Mexico stammenden Brett und Rennie Sparks. Gemeinsam veröffentlichen sie ihr nunmehr neuntes Studioalbum „Wilderness“ und begeistern erneut durch musikalische Vielfalt. Ob Americana, Rock, Country oder einfühlsame Balladen, die Musik der Handsome Family setzt sich bewusst über Konventionen hinweg. Für Americana-Fans ein absoluter Pflichttermin!
26.5., Café Glocksee

 

Pop
Nena
Im Sommer 1982 erschien Nena mit der Single “Nur geträumt” auf der großen Bildfläche, doch bereits 1978 stand sie mit einer Band namens The Stripes erstmals auf der Bühne. Damit feiert die deutsche NDW- und Pop-Ikone aktuell ihr 40-jähriges Jubiläum, was unter dem Motto “Nichts versäumt” in großem Stil mit den Fans geteilt wird: Für die über 40 Konzerte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden wurden bereits mehr als 120.000 Tickets verkauft. Die Erklärung für diese Nachfrage liefert der Pressetext gleich mit: “Nena muss man live gesehen haben. Ihre energiegeladene Bühnenpräsenz ist genauso einmalig und mitreißend wie ihre Stimme. Mit ihren Hits prägte Nena mehrere Generationen von Musikfans, und sie steht bis heute für ein Lebensgefühl, das wohl irgendwie und irgendwo in jedem Herzen zu Hause ist.”
29.5., Gilde Parkbühne