Konzerte des Monats

Konzerte des Monats Juni 2019

Postrock
Wang Wen
Fans von Bands wie Godspeed You! Black Emperor, Mogwai oder Mono finden seit etlichen Jahren neues Klangfutter im Land der untergehenden Sonne. Kaum zu glauben, aber eine der wichtigsten Bands der aktuellen Postrock-Szene kommt aus China. Wang Wen heißt die Band, die mit dem herrschenden System nicht in Konfrontation kommen kann, da sie instrumental spielt. Was nicht heißt, das Wang Wen nicht Stellung beziehen. Ihre Musik ist eine musikalische Antwort auf kühle und technokratische Zeiten. Schön zu hören in den erratischen, einsam klingenden Songs ihres neuen Albums „Invisible City“. Live sind neben der klassischer Bandbesetzung auch Bläser, Streicher oder auch Percussion-Instrumente zuhören. Klassischen Postrock ergänzen sie mit sanft eingeflochtenen Elementen ihrer asiatischen Heimat.
1.6., Béi Chéz Heinz

 

Dream-Pop
Still Corners
Still Corners ist das Synth-Pop Projekt von Greg Hughes und Tessa Murray. Gefunden haben sich die beiden eher zufällig. Hughes, ein US-amerikanischer Auswanderer, traf Murray 2009 eher zufällig an einem Bahnhof in London. Mittlerweile sind die beiden unzertrennlich. Seit 2010 und ihrem Durchbruch mit dem Debüt „Creatures Of A Hour“ auf dem Kultlabel Sub Pop entwickelte sich das ursprünglich von 60er-Jahre-Pop inspirierte Duo zu einem von Bands sie Roxy Music beeinflussten Dream-Pop-Projekt. Ihr aktuelles Album „Slow Air“ ist geprägt von atmosphärischen Klängen, entspannter Gitarren-Begleitung und der verführerischen und geisterhaften Stimme von Tessa Murray. Ein Abend für Pop-Connaisseure.
3.6., LUX

 

Jazz
Meretrio
Die Erforschung der vielfältigen, brasilianischen Popular-Musik brachte die Freunde Emilio, Gustavo und Luis zusammen. Und verbindet sie bis heute. Dabei sind Emiliano Sampaio (g, tbn), Gustavo Boni (b), Luis André (d, perc) noch immer mit großer Negier auf der Suche nach neuen, erfrischenden Klangkombinationen. Brasilianische Rhythmen, Jazz-Elemente und kammermusikalische Formen schaffen die Grundlage für immer neue, kreative Momente voller Humor und Freude am Spielen. Neuerdings versuchen sie mit elektronischen Geräten ihren Sound zu multiplizieren. Loop-Station und digitale Effekte sorgen für überraschende Texturen, Kombinationen und Klänge.
6.6., Jazz Club

 

Folk-Pop
Young Chinese Dogs
Wem dem einen oder anderem Young Chinese Dogs-Songs bekannt vorkommen, obwohl man die Band gar nicht kennt, bekommt nun die Erklärung. Sängerin Birte Hanusrichter füllt in der Fernsehserie „Jenny – echt gerecht!“ die Titelrolle. Ihre Musik nimmt sie dabei immer mit zum Dreh. Gerne singt  ‘Jenny’ dann bei laufender Kamera einen Young Chinese Dogs Song in einer Karaoke-Bar. Zudem lieferten die Hunde die Filmmusik für mehrere Fernseh- und Kinofilme wie „Platzhirsche“ oder „Der kleine Drache Kokosnuss“. Musikalisch schafft es die Folk-Band um Hanusrichter und Oliver Anders Hendriksson Großstadtfeeling und Lagerfeuerintimität auf einen Nenner zu bringen. Auf Tour sind die jungen chinesischen Hunde nun mit ihrem dritten Album „The Quiet & The Storm“, das opulenter ausgefallen ist als die Vorgänger, aber nie ihre Lagerfeuerwurzeln verrät.
6.6., LUX

 

Rock
Mungo Jerry
Wer von Mungo Jerry spricht, kann „In The Summertime“ kaum unerwähnt lassen. Immerhin gilt die Debütsingle der britischen Band um Sänger, Songwriter und Gitarrist Ray Dorset auch fast 50 Jahre nach Veröffentlichung mit über 30 Millionen verkauften Tonträgern als einer der erfolgreichsten Sommerhits der Popgeschichte. Dass dieser anfängliche Welterfolg kein Strohfeuer blieb, belegt ein bis heute anwachsendes Repertoire an grundsoliden Songs zwischen Rock, Blues, Boogie und Skiffle sowie viele weitere Hits vom Schlage „Lady Rose“ (1971) oder „Alright Alright Alright“ (1973). Ihre anhaltend gute Form dokumentierten Mungo Jerry zuletzt auch auf dem 2017 veröffentlichten Album „100% Live In Baden Baden“.
8.6., Blues Garage

 

Punk
Amyl and The Sniffers
Der Legende nach haben sie direkt nach der Bandgründung gerade einmal zwölf Stunden gebraucht, um eine Handvoll Songs zu schreiben und die Debüt-EP „Giddy Up“ (2016) zu veröffentlichen. Das klingt fast zu schön um wahr oder überhaupt halbwegs möglich zu sein, doch genau so geht Punkrock und genau so klingen Amyl and The Sniffers: Nicht lang schnacken, einfach machen! Nachdem sie sich in ihrer australischen Heimat bereits einen Ruf als explosive Live-Band erspielt hatten, sorgten sie ab Mai 2018 auch international für Furore, unter anderem mit zwei ausverkauften Shows in London. Im Pressetext wird ein Zitat aus der britischen Tageszeitung The Guardian wie folgt übersetzt: „Angeführt durch das menschlichen Feuerwerk Amy Taylor spielte die großartige Garagen-Band Amyl und die Sniffers die aufregendste Rock’n‘Roll-Show, die ich seit Jahren gesehen habe.“
12.6., Café Glocksee

 

Weltmusik
Hazmat Modine
Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Bahamut“ im Jahr 2007 sind Hazmat Modine laut Pressetext bereits zum 22. Mal in Europa unterwegs. Anlass ihrer aktuellen Tour ist das neue Album „Box Of Breath“ und die mittlerweile weltumspannende Reisefreudigkeit resultiert darauf einmal mehr auch in einer Vielzahl musikalischer Einflüsse. Die Band aus New York spielt auf Mundharmonika, Perkussion und verschiedenen Gitarren, Violine, Sousaphon und diversen anderen Blasinstrumenten eine kunterbunte Mischung aus frühem Blues, Rocksteady, Calypso, Klezmer und vielem mehr. Der Song „Dark River“ etwa ist trauriges Walzer-Schlaflied und „Crust of Bread“ verbindet urtümlichen Gesang mit einem westafrikanischen Groove.
15.6., Pavillon

 

Singer/Songwriter
Norbert Buchmacher
Im März war Norbert Buchmacher noch als Toursupport von Nathan Gray zu erleben. Das Zielpublikum war dabei wohl mit Bedacht gewählt: Denn so wie Nathan Gray, Kopf der amerikanischen Post-Hardcore-Band Boysetsfire, solo eher auf die leiseren Töne setzt, hat auch Norbert Buchmacher zuvor unter anderem mit der Band One On One einschlägige Erfahrungen in der Hardcore- und Punk-Szene gesammelt. Auf seinem Album „Habitat einer Freiheit“ präsentiert der Sänger und Songschreiber aus Ulm jetzt eine musikalische Seite, die laut Pressetext von Bruce Springsteen, Tom Waits, Element Of Crime oder auch dem frühen Grönemeyer inspiriert ist.
15.6., Lux

 

HipHop/R&B
Maitre Gims
Einigen wenigen Experten der französischen HipHop-Musik dürfte der Name Maître Gims erstmals im Zusammenhang mit dem französischem HipHop-Kollektiv Sexion d’Assaut aufgefallen sein. Das Album „Désolé“ schaffte es sogar bis in die Top 20 der deutschen Charts. 2013 reüssierte Grimms dann als Solo-Künstler mit seinem Album „Subliminal“, dessen Single-Auskopplungen „J’me tire” und „Bella“ den französischen Markt aufmischten. 2016 landete er mit „Loin” erstmals einen Solohit in Deutschland. Abseits ausgetretener Pfade schafft es Gims urbane Pop-Hymnen mit französischer Leichtigkeit und kongolesischer Rumba zu vereinen. Nun ist er erstmals in Hannover mit den Songs seines neuen Albums “Ceinture Noir” (u.a. mit den Gästen Lil Wayne, MHD) zu Gast.
16.6., Capitol

 

Folk-Rock
Wayne Graham
Viel ließe sich erzählen über den Hintergrund der Brüder Hayden und Kenny Miles. Über ihre Heimatstadt Whitesburg im Südosten von Kentucky, wo sowohl der Vater als auch der Onkel im Kohlebergbau gearbeitet haben. Genauso wie die beiden Großväter, deren Vornamen und Andenken die Enkel in ihrem Bandnamen in Ehren halten. Dass sich in der Welt von Wayne Graham viel um die Familie dreht, erkennt man auch am jüngsten, der Mutter gewidmeten Album „Songs Only A Mother Could Love“. Doch man kann den ganzen Kontext auch einfach beiseitelassen, um sich ganz und gar auf den Wohlklang ihrer Songs zu konzentrieren. Der Rolling Stone schrieb über Wayne Graham: „Die sublime Americana der Brüder (…) braucht eine Weile, bis sie ihre volle Pracht entfaltet. Dann aber will man ihre Stücke zwischen J.J. Cale und The Band, zartem Blues und schwelendem Folk-Rock immer wieder hören.“
19.6., Béi Chéz Heinz

 

Desert-Rock
Brant Bjork
Als Gründungsmitglied, Schlagzeuger und Songwriter der mittlerweile legendären kalifornischen Band Kyuss hat er in den frühen Neunziger Jahren den Desert oder Stoner Rock ganz maßgeblich mitgeprägt. Später stieg Brant Bjork bei Fu Manchu ein und sorgte auch dort für druckvolle und glühend heiße Rockgrooves. Darüber hinaus hat er seit 1999 aber unter anderem auch eine ganze Reihe von Soloalben veröffentlicht, zuletzt „Mankind Woman“ (2018) und „Jacoozzi“ (2019). „Nach außen so entspannt, macht er nie wirklich eine Pause“, heißt es im Pressetext über den Kreativkopf aus Kalifornien. „Wenn man Brant Bjork hört, merkt man es, denn es gibt sonst niemanden, der so klingt wie er.“ Support: Sean Wheeler.
26.6., Musikzentrum

 

Industrial Metal
Ministry
Republikanische US-Präsidenten scheinen es Mastermind Al Jourgensen angetan zu haben. Eines der großen Referenzwerke von Ministry, das 1992 veröffentlichte Album „Psalm 69“, ist gespickt mit Originaltönen des damals amtierenden George Bush. Dessen Sohn, George W. Bush, wurde in der Diskographie gleich zweimal verewigt, nämlich auf den Alben „Houses Of The Molé“ (2004) und „Rio Grande Blood“ (2006). Bereits mehrfach hat Jourgensen danach das Ende von Ministry verkündet, doch bislang ließ der Wegbereiter und Mitbegründer des Industrial Metal immer wieder von diesem Vorhaben ab. 2018 brachte er ein neues Werk mit dem Titel „AmeriKKKant“ heraus. Es ist ein gelungener Beleg, dass Donald Trump zumindest als Inspirationsquelle für Künstler bisweilen Gutes bewirken kann. „Riffs werden bis zum Anschlag verzerrt, Live-Drums und Computer prügeln sich um die Wette, die Sampler feuern wirre Sounds und Collagen ab – das klingt insgesamt angenehm vertraut“, heißt es auf Laut.de.
27.6., Pavillon

 

Jazz
Jazz In June
„Jazz in June“ ist mehr als nur ein Jazzkonzert im Juni. Einmal im Jahr finden in der Marktkirche Kirchenorgel und Jazz zu einer gemeinsamen Klangsprache. Gleichzeitig erinnert das Konzert an den verstorbenen Jazz-Club-Chef und Stadtimagepfleger Mike Gehrke, der 2001 den „Jazz and Church Organ“ Wettbewerb in’s Leben rief. Einer der Teilnehmer bei diesem 1.Wettbewerb war der Organist Hans Martin Limberg. Limberg hat seitdem viele neue, eigene Jazz-Kompositionen für die “Königin der Instrumente”  geschrieben und wird bei „Jazz In June“ erstmals solo auf der großen Goll Orgel zu hören sein. Nach ihm zelebriert der Gospelchor Gospel Joy aus Poznan die „frohe Botschaft“ mit enormer Strahlkraft. Ihr Repertoire enthält die großen amerikanischen Gospel-Hits, aber ebenso selbstverständlich neue, in ihrer eigenen Sprache geschriebene Songs. Nach einer Konzertpause präsentiert schließlich die Sängerin Siggy Davis ihr aktuelles Programm “Natural Woman” – eine Hommage an Aretha Franklin, die “Queen of Soul”.
29.6., Marktkirche, 19 Uhr