Übermorgen: Wie wollen wir leben?

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Sparkasse Hannover und Hannoversche Allgemeine Zeitung haben das Projekt „ÜberMorgen“ ins Leben gerufen. Auf mehreren Veranstaltungen werden Aspekte des Megatrends Urbanisierung diskutiert – und konkret Fragen zu Mobilität, Wohnraum und Infrastruktur nachgegangen.

Es ist ein wenig wie mit der Henne und dem Ei: Spätestens seit sich die deutsche Nachkriegsgesellschaft mehr und mehr motorisierte, war es möglich, auf dem Land zu leben und in der Stadt zu arbeiten – und dort natürlich auch einzukaufen. Die Folge war zunächst der Boom der großen Warenhäuser in den Innenstädten, später kamen die Einkaufszentren „auf der grünen Wiese“ hinzu. Kaum ein Bürogebäude-Neubau kommt heutzutage ohne das Zigfache der eigenen Grundfläche an umgebenden Parkplätzen aus. Auf der anderen Seite entwickelten sich viele Umlandgemeinden zu reinen „Schlafdörfern“. Warum denn noch in die örtliche Gaststätte gehen, wenn die Getränkekiste im Kofferraum praktisch bis vor den heimischen Fernseher bugsiert werden kann? Auch andere Betriebe der Nahversorgung sahen sich einer stetig sinkenden Nachfrage ausgesetzt – sei es das Schreibwarengeschäft, der Schuhladen oder auch der örtliche Fleischer. Vielerorts musste ein lokaler Betrieb nach dem anderen aufgeben. Und plötzlich funktionierten diese Gemeinden im Grunde nur noch mit einem eigenen fahrbaren Untersatz. Einkaufen in der näheren Umgebung ohne Auto? Nicht mehr möglich. Arbeiten im Umland? Keine Chance. Dafür pendeln derzeit rund 160.000 Menschen pro Tag nach Hannover und zurück. Und die Zahl der Autos steigt weiter an. Konkret bedeutet das für Hannover: Wenn der Trend der Neuzulassungen anhält, benötigt die Stadt alle fünf Jahre ein Plus von 25 Hektar neuer Parkfläche – das entspricht der Größe von zweieinhalb Schützenplätzen. Und das im ohnehin verdichteten Stadtgebiet.
Dabei handelt es sich nur um ein Beispiel des Zusammenspiels zwischen Stadt und Umland. Um solcherlei Mechanismen zu diskutieren, zu erforschen und einen Blick in die Zukunft zu werfen, haben die Sparkasse Hannover und die Hannoversche Allgemeine Zeitung das Forum „ÜberMorgen“ ins Leben gerufen. Es geht um essenzielle Fragen: Wie wird sich Hannover erfolgreich entwickeln können? Was trägt zur Attraktivität der Region bei? Wie sehen innovative Lösungen hinsichtlich Mobilität, Arbeitsmodellen und medizinischer Versorgung aus? Was macht ein gutes Leben im Umland aus?
Das digitale Herz des Projektes ist derweil die Multimedia-Seite www.uebermorgen.haz.de. Hier werden Aspekte der Zukunftsstrategie in Sachen Raumaufteilung, Lebensqualität und Infrastruktur diskutiert und anschaulich erfahrbar gemacht. Zehn Monate lang wird hier wöchentlich ein neues Thema online gehen.    sö

www.uebermorgen.haz.de

– Neustadt, 18.9., 19 Uhr, Schloss Landestrost,
– Gehrden, 28.9., 19 Uhr, Sparkassen BeratungsCenter,
– Wedemark, 17.10., 19 Uhr, Bürgerhaus Wedemark,
– Lehrte, 24.10., 19 Uhr, Sparkassen BeratungsCenter