Crowdfunding in Hannover

Aktu-hannovermachen-platzansicht-quer-2

Von Idealismus getragene Vorhaben, kreative Kampagnen, erstklassige Ideen – oft mangelt es nicht an guten Einfällen für verschiedenste Projekte. Allein das Geld, diese Projekte umzusetzen oder zumindest einmal anschieben zu können, stellt immer wieder eine große Hürde dar. Eine Lösung ist – gerade in Zeiten des World Wide Web – das sogenannte Crowdfunding. Dabei werben die Initiatoren von verschiedensten Projekten um helfende Beiträge. Die müssen dabei gar nicht mal groß sein; es ist die Masse, die diese „Schwarmfinanzierung“ attraktiv macht. Allerdings: Gerade bislang unbekannte Projekte haben oftmals das Problem, dass viele potentielle Helfer gar nichts von ihnen wissen. Diese Lücke zu überbrücken, hilft seit Herbst letzten Jahres das Portal HannoverMachen des Bürgerbüros Stadtentwicklung. Hier können die Initiativen ihre Ideen vorstellen. Einzige Voraussetzung ist: Sie müssen sich am orientieren und darauf ausgelegt sein, das Leben in Hannover für alle Einwohner in irgendeiner Form angenehmer und schöner zu machen. „Kommerzielle Projekte können wir nicht unterstützen“, sagt Jamuna Putzke vom Bürgerbüro. Dafür gibt es sonst jede mögliche Hilfestellung: „Die Idee muss noch gar nicht perfekt ausgefertigt sein. Wir setzen uns in einem Beratungsgespräch zusammen und klären dann Punkt für Punkt, wie das Projekt am besten angegangen werden und bei uns dargestellt werden kann.“ Eine Besonderheit von HannoverMachen ist, dass es nicht rein auf finanzielle Unterstützung ausgelegt ist, sondern dass die Projekte auch um Unterstützung in Form von Know-How, Materialien oder Mitstreitern ersuchen können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich bei potentiellen Helfern direkt mit sogenannten „Dankeschöns“ zu revanchieren. Das Projekt „Hannover baut um“ etwa möchte eine Informationsplattform zu baulichen Veränderungen in der Stadt etablieren – und bedankt sich für Geldspenden beispielsweise mit passenden Postkarten (für fünf Euro) oder geführte Foto-Nachtwanderungen durch Hannover (für 200 Euro). Andere Projekte auf der Plattform beschäftigen sich mit einer verbesserten Nutzung der öffentlichen Plätze in der Stadt oder mit der Realisierung des „Glocksee Waste Awards 2016“, bei dem aus Getränkeverpackungen eine Picknickdecke entsteht, die nun zur Serienreife gebracht werden soll. „Derzeit freuen wir uns auf viele neue Projekte und Ideen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern“, sagt Jamuna Putzke. Ein erster Erfolg hat sich jedenfalls bereits eingestellt: Der Verein „With a little help from my friends“, der Hannoveranern in Not unbürokratische Hilfe zukommen lässt, suchte via HannoverMachen nach Mitstreitern. In kurzer Zeit hatten sich doppelt so viele Menschen gemeldet, wie ursprünglich geplant war.    sö

www.hannovermachen.de