Andreas-Hermes-Platz: Viele Fragen offen

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Was wird aus dem Andreas-Hermes-Platz? Diese Frage stellen sich Hannovers Bürger und Politiker schon seit geraumer Zeit. Demnächst soll es wohl Antworten geben.

Nach den Wahlen des neuen Rates der Stadt wollen SPD, CDU, Grüne und FDP einen Ideenwettbewerb ausschreiben, um das Gebiet hinter der Raschplatz-Hochstraße neu zu gestalten. Vorschläge stehen viele im Raum. Darunter die Bebauung mit einem neuen Wohnkomplex und im gleichen Zug die Schaffung von zusätzlichen Flächen für den Weißekreuzplatz. Ein Investor will sogar ein Hotel auf dem vorderen Teil des Platzes errichten. Doch im Falle von Wohnbauten gilt es zunächst, sich von der rechtlichen Seite her abzusichern. Im Moment sieht es so aus, als scheitere die Wohnbebauung an den Lärmschutzverordnungen. Anlieferungsverkehr für den Raschplatz-Pavillon und die Konzerte verursachen eine erhebliche Lautstärke. Um die Gesetze zu umgehen, müsste der Platz als ein sogenanntes „urbanes Gebiet“ eingestuft werden. In einem solchen Falle dürfte die Lärmbelastung auch höher sein. Ein Dorn im Auge ist vielen auch der vermüllte Brunnen, dient er doch hauptsächlich als Treffpunkt für die Trinkerszene. Bisher war geplant, ihn zu erhalten, sollte der Künstler Gustav Lange eventuelle urheberrechtliche Ansprüche geltend machen. Doch zugunsten der Wohnhäuser soll er nun doch weichen. Nicht alle befürworten diese Entwicklung. Hannovers ehemaliger Grünflächenchef Professor Kaspar Klaffke appelliert an den Rat, sich über die Bedeutung des Brunnens und seine Funktion im Stadtbild Gedanken zu machen. Konfliktpotenzial findet sich ebenfalls im Zusammenhang mit dem Veranstaltungszentrum Pavillon. Susanne Müller-Jantsch spricht sich im Namen des Pavillons klar gegen eine Wohnbebauung des Platzes aus. Schon anderorts, zum Beispiel in der Altstadt oder in der Umgebung um das Stadium, habe es Beschwerden wegen Lärmbelästigung gegeben. Die Betreiber des Pavillons sind überzeugt, dass mit neuem Wohnraum und Mietern auch neue Beschwerden kommen werden. Man wolle das bisherige gute Miteinander beibehalten und keine neuen Konflikte forcieren. Darüber hinaus finden wichtige Großveranstaltungen wie das Masala-Festival normalerweise auf dem Andreas-Hermes-Platz statt und müssten im Falle einer Bebauung verlegt werden. Die CDU schlägt dafür den Weißekreuzplatz vor. Laut Müller Jantsch sei das zwar eine Alternative, allerdings ist auch dieser Platz von Wohnhäusern umgeben. Veranstaltungen und Festivals wären hier ebenfalls ein Störfaktor. Zusätzlich fehlen extra Strom- und Wasseranschlüsse, deren Anschaffung aufwändig und teuer werden könnte. Die Zukunft des Andreas-Hermes-Platzes sorgt also wie so oft bei städtebaulichen Maßnahmen für reichlich Diskussion. Wer am Ende als Sieger daraus hervorgeht, bleibt abzuwarten.    cg