Übermalte Fotografie: Gezielte Setzungen

Kunst0719-Meldung-Sprengel Museum-02_Richter

Gerhard Richter hat’s gemacht. Sigmar Polke auch und Arnulf Rainer ebenso. Alle drei Künstler haben Fotografien übermalt. Richter hat dafür Ölfarbe zum Beispiel direkt auf handelsübliche Fotoabzüge aufgetragen. Während es Richter, Polke und Rainer vor allem um medienreflexive Fragestellungen ging, diente die farbige Übermalung im 19. Jahrhundert indes noch als Verfahren, um die technische Unzulänglichkeit des Mediums zu kompensieren. Im 20. Jahrhundert wandelte sich das Verhältnis von Fotografie und Malerei jedoch entschieden. In den Siebzigern wurde die Übermalung vor allem im Zuge einer Auseinandersetzung der beiden Gattungen verstärkt eingesetzt. In der jüngeren Vergangenheit erlebt die Kunstform sogar eine Renaissance. Aber warum eigentlich? Sind die medialen Bildgattungen heute vielleicht gänzlich aufgegeben worden? Ist das manuelle Übermalen vielleicht sogar eine Reaktion auf die Erfahrung der digitalen Welt? Das Sprengel Museum will Antworten geben und präsentiert unter dem Titel „Gezielte Setzungen“ die erste Überblicksausstellung zum Thema. Jüngere Positionen treffen dabei auf – na klar doch – Werke von Polke, Rainer und Richter.     EG

3.7.-6.10., Sprengel Museum; Eröffnung: 2.7., 18.30 Uhr