Tristan Garcia: Faber. Der Zerstörer

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Tristan Gracia erzählt die Geschichte der französischen Jugend der Neunziger, für die es nichts mehr zu geben scheint. Politisch sein, links sein: Das gibt es noch. Aber allen voran steht eine andere Frage: Wie stellt man es an, kein „Idiotenleben“ zu führen? Später, wenn die drei Hauptpersonen ihre Dreißiger erreicht haben, stellen sie fest, dass sie es nicht geschafft haben. Und irgendwie muss noch etwas passieren: Etwas muss kaputtgehen. Es ist das Thema der Bestrafung, die sich als Zeichen letzter Freiheit und vergeltender Gerechtigkeit einer zerrissenen Generation durch das Leben dieser drei jungen Menschen zieht. Das Drama nimmt also seinen Lauf. Trotz den spannenden Wendungen sind es dann aber andere Szenen, die dieses Buch so gut machen: Wie viel Übung es braucht, erwachsen zu sein und wie viel Arbeit eigentlich darin steckt, normal zu sein und ein „Idiotenleben“ zu führen.    pw

Wagenbach, 432 Seiten, 24,-