Susanne Fischer: Wolkenkönigin

Buch-SusanneFischer

Wann habe ich zuletzt einen Jugendroman gelesen? Dieser hier hat mich schwer begeistert. Ich frage mich seitdem, ob man die Kategorie „Jugendroman“ nicht abschaffen sollte. Ist überflüssig (“Fänger im Roggen”!). Wäre die „Wolkenkönigin“ nicht als Rotfuchs erschienen, sondern als ‘normales’ Buch (wie z.B. die Erstausgabe von „Tschick“), sie würde mehr Aufmerksamkeit wecken. Mitreißend erzählt die 15-jährige Corinna die Ereignisse während der ersten Monate in der neuen, heruntergekommenen Gegend, schlägt einen überwiegend lapidaren, sarkastischen, ehrlichen Ton an, der viel Kummer und Kraft durchschimmern lässt. Über ihre Mutter: „Manchmal stelle ich mir vor, sie ist eine Außerirdische und wartet auf das Raumschiff, das sie endlich abholt. Keine Ahnung, ob sie Jona und mich dann mitnehmen wird. Die Sache bleibt spannend.“ Jona ist der gehandicapte jüngere Bruder, der Vater wohnt mit neuer Familie im besseren Viertel. Die Geschichte mit Marc verschränkt sich mit einem veritablen Stück Krimi und Skizzen unterschiedlicher sozialer Milieus: Vorzüglich!     dzn

rororo rotfuchs, 224 Seiten, 12,99