Rolf Elberfeld: Zen

Buch-Elberfeld

Die vergleichsweise neue Reihe bei Reclam – wir gratulieren zum 150. Geburtstag! – kannte ich noch nicht, war skeptisch, befürchtete, dass diese Huldigung an Kürze und Kompaktheit wie so oft schnittige Oberflächlichkeit bedeutet, zumal sie im Rückdeckel „Infographiken“ anpreisen. Das Gegenteil ist hier der Fall, ich bin von diesem Buch sehr angetan. Der Autor, Professor für Philosophie in Hildesheim, schöpft offensichtlich aus einem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz samt autobiographischen Szenen. So erklärt er den Lesern kurze praktische Übungen, beschreibt andererseits nicht nur historisch die unterschiedlichen Richtungen, Spielarten und Schulen des (Zen-)Buddhismus. Wie die Grundlagen von Indien nach China (und nach Japan) gelangten, „ist einer der großen Übersetzungsprozesse der Menschheit“. Elberfeld lässt nicht unerwähnt den Beitrag zen-buddhistischer Lehrer für die Kamikaze-Flieger im Zweiten Weltkrieg und bringt noch ein Kapitel zu „Zen – Psychoanalyse – Hirnforschung“. Und am Schluss? „Vergiss das Anfängerherz nicht!“. So soll es sein.     dzn

Reclam, 101 Seiten, 10,-