Richard Russo: Immergleiche Wege

Buch-Russo

Mit seinem grandiosen Roman „Diese gottverdammten Träume“ hat Richard Russo den Pulitzer-Preis gewonnen. Jetzt legt er in vier Erzählungen den Finger auf die Sollbruchstellen im Leben seiner Alltagshelden – mit Sinn für Situationskomik und mitfühlender Melancholie zugleich: Eine aufstrebende Hochschuldozentin ärgert sich über selbstgefällige Studenten, erwischt einen davon mit einem offensichtlichen Plagiat, und zweifelt trotzdem an sich selbst. Sie fühlt sich in die Enge getrieben, denn sie muss sich ganz anders behaupten als ihre männlichen Kollegen. Ein frisch pensionierter Lehrer reist mit seinem Bruder nach Venedig und die alte Konkurrenz zwischen den beiden lebt in der Reisegruppe sofort wieder auf. Er verliert sich im Labyrinth der Kanäle und in seinen Grübeleien. Ein Makler versucht trotz Wirtschaftskrise ein Haus zu verkaufen, an dem die traurige Besitzerin hängt und das sie deshalb nicht leer räumen mag. Ein Drehbuchschreiber in Geldnot lässt sich von alternden Hollywood-Granden zu einem Arbeitstreffen einladen, das sich als Intrige entpuppt und aus dem Ruder läuft…    kr

Dumont, 320 Seiten, 23,-