Reliefs & 3D-Objekte: Digital trifft analog

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Das Tiefziehen zählt laut Wikipedia zu den bedeutendsten Blechumformverfahren und wird sowohl in der Massenfertigung als auch in Kleinserien eingesetzt, wie beispielsweise in der Verpackungs- und Automobilindustrie, für Hochdruck-Glaskapseln sowie im Flugzeugbau. Manuel Graf nutzt das Verfahren hingegen für seine Kunst. Er erschafft damit Reliefs, die in ihrer Ästhetik digital anmuten, aber gegenständlicher nicht sein könnten. Mitunter lassen sich darin Janusköpfe erkennen. Graf beschäftigt sich in seinen Werken auch sonst gern mit der Gegenüberstellung von Digitalem und Analogem, Realem und Virtuellem. In unterschiedlichen Medien setzt er sich kritisch mit den Grenzen zwischen Architektur- und Gesellschaftsutopien und realer Wirklichkeit auseinander. Die analoge Welt präsentiert er etwa in Form von Einrichtungsgegenständen wie Stühlen und Teppichen, ihr künstlerisches Fortleben kann in der Projektion auf Monitoren verfolgt werden. Die ehemals haptisch erfahrbaren Objekte entwickeln durch die Digitalisierung ein Eigenleben. Graf arbeitet dabei unter anderem mit Morphing, einem computergenerierten Spezialeffekt bei Ton- oder Bildaufzeichnungen. Zweiter Aspekt in seinem Werk ist die Auseinandersetzung mit historischen Artefakten aus Orient und Okzident. Keramikobjekte erfahren dabei eine ganz neue Interpretation…     EG

Bis 14.4., Kunstverein Hannover