Plakate, Videos & Malerei: Klare Kampfansage

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Die Guerilla Girls machen in der Kestnergesellschaft auf Missstände in der Kunstszene aufmerksam.

Die anonymen Aktivistinnen prangern im unteren Foyer des Hauses Ungerechtigkeiten in Galerien, Museen und anderen Kunstinstitutionen an. Dort sind Frauen und Farbige nämlich deutlich weniger vertreten als etwa männliche oder weiße Künstler. Dem haben die Guerilla Girls den Kampf angesagt. Auf die weltweiten und bis heute verbreiteten Ausgrenzungsmechanismen machen sie seit 1985 mit Plakaten im öffentlichen Raum, Videos, Aktionen, Performances und Publikationen aufmerksam. Stets überspitzen und provozieren sie dabei mit Humor, und immer verbergen sie ihre wahre Identität hinter Gorilla-Masken und den Namen bereits verstorbener Künstlerinnen wie Käthe Kollwitz, Frida Kahlo oder Rosa Bonheur. Gegründet haben sich die Guerilla Girls1984, als das MoMa in New York den Anspruch hatte, in einer großen Ausstellung die wichtigsten Positionen der aktuellen zeitgenössischen Kunst zusammenzuführen. Unter den 169 ausgestellten Positionen waren nur 13 Künstlerinnen. Die Guerilla Girls fingen daraufhin an, die Anzahl der weiblichen und männlichen Künstler in den großen New Yorker Museen und Kunstgalerien zu vergleichen und durch Plakationen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Seit 1986 beschäftigen sich die Aktivistinnen zudem mit den Problemen rassistischer Ausgrenzung und Vorurteile. In der Kestnergesellschaft zeigt die Gruppe rund 30 ausgewählte Plakate von 1985 bis heute sowie neuere Videoarbeiten. Zur Eröffnung halten die Gründungsmitglieder Frida Kahlo und Käthe Kollwitz einen performativen Vortrag.
Zeitgleich zur Guerilla Girls-Ausstellung sind Arbeiten von Christa Dichgans zu sehen. Die Berlinerin zählt zu den wichtigsten weiblichen Pop Art-Akteuren. Sie setzt sich seit fünf Jahrzehnten mit dem Verhältnis von Mensch und Gegenstand auseinander und hinterfragt den Massenkonsum im Wandel der Zeit. Motive ihrer Gemälde sind Plastikspielzeughaufen in Kinderzimmern, aufgeblasene Schwimmtiere, Batman und Wurstberge.    Katja Eggers

26.1.-8.4., Kestnergesellschaft;
Eröffnung: 25.1., 19 Uhr