Peter Struck: Anna Blume, unverblüht

Literatur0120-Buch Rezi-Anna Blume

Sie wurde vorgetragen, getanzt, als dramatische Kurzoper vertont und sogar auf Schallplatte gesprochen: Keine Frage, Anna Blume hat viel hinter sich. In diesem Jahr wird das legendäre Dadagedicht von Kurt Schwitters 100 – und bekommt jetzt auch noch eine wissenschaftliche Publikation. Der hannoversche Autor, Journalist und Künstler Peter Struck vereint unter dem Titel „Anna Blume, unverblüht“ die schönsten und schrägsten Parodien und Persiflagen, die bizarrsten Verwünschungen, Verunglimpfungen, Verballhornungen und Verhohnepipelungen. Das ansprechend gestaltete Buch mit dem roten Lesebändchen schildert anhand von Beispielen aus Literatur, Kunst und Film chronologisch Anna Blumes kuriose Rezeptionsgeschichte. Der Leser erfährt viel. Zum Beispiel, dass Anna Blume in einem Film von Doris Dörrie als 22-jährige Kassiererin mit blauen Haaren auftaucht. Und dass es zwei real existierende Anna Blumes gibt: Die eine ist Teil eines Künstlerduos, die andere heißt mit bürgerlichem Namen Käthe Ledig-Schön und dürfte kulturinteressierten Hannoveranern noch ein Begriff sein – sie nervte bei Vernissagen und Konzerten mit Zwischenrufen und ungebetenen Kommentaren. Kurzweilig geschrieben, gutes Buch!     EG

Wehrhan Verlag, 128 S.