Patti Smith: Hingabe

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Spätestens seit ihrer grandiosen Autobiografie „Just Kids“ ist die legendäre Punk-Poetin Patti Smith auch als Schriftstellerin hoch angesehen. In ihrem neuen Band „Hingabe“ veröffentlicht sie nun erstmals eine fiktionale Erzählung – und in den essayistischen Texten, Gedichten und Schwarzweißfotos drum herum offenbart sie auf faszinierend traumwandlerische Art, wie und woraus sie ihre Geschichte über eine geheimnisvolle Eisläuferin spinnt. Das ist mal feinsinnig und tiefgründig, mal bildhaft und ulkig: „Zum Beispiel fand ein Teller mit perfekten Spiegeleiern seinen Widerhall in einem runden Teich.“ Sie reist auf den Spuren ihrer Helden durch Europa, erkundet das Paris des Schriftstellers Patrick Modiano, besucht das Grab der Philosophin und Freiheitskämpferin Simone Weil in England und das Haus von Albert Camus in Südfrankreich – immer mit Büchern im Gepäck. „Das richtige Buch kann so etwas wie ein Mentor sein und die Atmosphäre einer Reise bestimmen oder gar ihren Verlauf.“ Immer und überall schreibt Patti Smith, schon ihr Leben lang. Es ist ihre ebenso poetische wie handfeste Weise, die Welt zu sehen – und darin höchst anregend.     KR

144 Seiten, 0Kiepenheuer & Witsch