Objekte: Welt der Dinge

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Ein Gipsmodell der Göttin Diana mit neuer Nase, die Abbildung einer antiken Haartracht, riesige Objekte, die an Turngeräte erinnern, und Skulpturen, die Nüsse oder frisches Obst enthalten: Koenraad Dedobbeleer vereint in seiner Einzelausstellung allerlei seltsame Exponate. Er präsentiert sie museal, aber der Betrachter ist verwirrt. Denn der belgische Künstler bringt Dinge zusammen, die eigentlich nicht zusammen gedacht werden. Er stellt das Alltägliche dadurch augenzwinkernd auf den Kopf und bietet Unscheinbarem eine überraschende Plattform. In seinen Objekten, Installationen, Skulpturen und Fotos entwickelt er neue Perspektiven auf das kollektive Gewusste und fordert einen neuen Umgang mit diesem ein. Besucher nimmt er mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Dinge. „Vielleicht wird Kunst in einer gewissen Art von uns allen gemacht. Wir generieren Kunst, indem wir sie ansehen. Wir fantasieren darüber. Wir geben ihr Bedeutung, indem wir darüber nachdenken“, sagte Dedobbeleer mal in einem Interview. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Praxis steht die Frage, was sich in der heutigen Welt all den Gegenständen oder (Kunst-)Objekten, die für Alltag, Erbauung und Luxus des Menschen hergestellt werden, noch hinzufügen lässt. Der belgische Künstler fragt nach der Herkunft der Dinge, nach deren Sinn oder auch Unsinn, nach der „Sache“ als solcher. Das deutet sich übrigens auch im Titel seiner Einzelausstellung an, die „Sache: Gallery of Material Culture“ heißt. In seiner „Galerie der Materialkultur“ führt der Belgier gefundene, gesammelte und gemachte, händisch hergestellte und maschinell generierte Gegenstände munter zusammen. Die umfangreiche Werkschau im Kunstverein zeigt vornehmlich Arbeiten der vergangenen Jahre und wird durch ein umfassendes Rahmenprogramm ergänzt.     EG

30.11.-26.1., Kunstverein Hannover; Eröffnung: 29.11., 20 Uhr