Nhung Dam: Tausend Väter

Literatur1219-Buchrezi-Tausend Väter

Als Tochter von vietnamesischen Bootsflüchtlingen ist die elfjährige Nhung in einem unbekannten Land gestrandet, in dem der Winter scheinbar nie endet. Ihr Vater ist allein weiter gereist, ihre Mutter verzweifelt am Heimweh und sie selbst schlägt sich tapfer durch den Aberwitz dieses fremden Alltags. Zwischen Huren, Zahnpastaverkäufern und Spielsüchtigen rettet sie sich in eine blühende Fantasiewelt. Sie glaubt sich auf dem Meeresgrund, umschlungen von Algen und unfähig, aufzutauchen. Zwischen hoffnungsfrohen Begegnungen und bösen Überraschungen legt sie klarsichtig den Finger auf die Wunden: „Warum ist es so wichtig, wo man geboren ist? Weil man es auf alle Formulare schreiben muss.“ Die 35-jährige Autorin wuchs in Groningen auf und studierte Psychologie, bevor sie Schauspielerin und Theaterautorin wurde. Ihr Debütroman „Tausend Väter“ ist eine märchenhafte Dystopie, die auf ihrer eigenen Familiengeschichte basiert. „Das Land gehörte den Göttern, so sah ich das, und es gehörte den Nilgänsen und den Kranichen, dem Wasser und der Sonne.“     KR

Ullstein, 400 Seiten