Nell Zink: Nikotin

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Nach dem schmerzlichen Tod ihres Vaters zieht Penny in eine Ruine, die zum Familienbesitz gehört, in der Zwischenzeit aber von Aktivisten instandbesetzt wurde. Da ist der vermeintlich asexuelle Rob, der aber bald von der notgeilen Penny auf links gekrempelt wird. Und die Nymphomanin Jazz, die sich ausgerechnet in Matt verliebt, Pennys skrupellosen Kapitalistenbruder, der die Hausbesetzer vertreiben will. Aus dieser Rivalität zwischen Penny und Matt, die sich beide einmischen und schließlich zur Zerstörung des Kollektivs beitragen, woraus sich dann aber etwas Neues entwickeln kann, bezieht der Roman zunächst seine Spannung. Nur ist dieser Plot nach etwa der Hälfte des Romans auserzählt. Es folgt ein viel zu langer, willkürlich hin und her mäandernder Nachklapp. Die Kommune flüchtet ziellos vor dem gewalttätigen Matt durch die USA, man kann dabei zusehen, wie der Autorin die Geschichte zwischen den Fingern zerrinnt. Das Happy End stand offenbar vorher fest und ist dann noch eine ziemliche Bastelarbeit.    fs

Rowohlt, 400 Seiten, 22,95,-