Medienkunst: Symphonie der Daten

Ryoji Ikeda arbeitet nicht mit Ölfarbe und Leinwand, auch nicht mit Holz, Bronze und Marmor oder irgendwelchen anderen traditionellen Materialien der bildenden Kunst. Der gebürtige Japaner nutzt vielmehr Medien und Daten. Seine Licht- und Klanginstallationen haben ihren Ursprung in der Mathematik, der Physik und der Biologie, manchmal auch in der Musikwissenschaft und der Philosophie. Ikeda gelingt es, die Datenmengen und Rechenleistungen, mit denen wir es tagtäglich bewusst oder unbewusst zu tun haben, mit aufwändig und technisch perfekt eingerichteten Projektionen zu visualisieren. Die riesigen Datenmengen werden künstlerisch transformiert und mit eigens komponierten elektronischen Sounds zu komplexen Videoprojektionen orchestriert. Die Klänge reichen in ihrem Spektrum von kaum hörbaren Sinustönen bis hin zu dumpfen, physisch erfahrbaren Bässen. Betrachter tauchen in digitale Universen ein und bekommen dabei den Eindruck, dass sie sich mit den Datenströmen auf einer Reise durchs All befinden und Teil einer medialen Datensymphonie sind.
Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt mit der Ausstellung „data-verse“ erstmals gemeinsam zwei neue großformatige Werke aus der Trilogie „data-verse“, die eigens für das Museum eingerichtet werden. Das Museum selbst wird für die Schau zur Blackbox: Damit kein einziger Lichtstrahl auf die Installationen fällt, wurden Wände geschwärzt, Böden mit schwarzem Teppich ausgelegt und die Fensterüberdachungen abgedunkelt. Zwei Wände werden zur Projektionsfläche von jeweils 9 x 16 Metern. Besucher dürfen sich auf ein faszinierendes synästhetisches Gesamterlebnis freuen. Sie sind aufgefordert, sich im Raum zu bewegen, um die eigene Wahrnehmung zu überprüfen und sich der eigenen Position bewusst zu werden.     EG

Bis 29.3., Kunstmuseum Wolfsburg