Maggie Nelson: Die Argonauten

„Die Argonauten“ wird auf dem Einband als „autotheoretisches“ Werk beschrieben. Dies weist auch darauf hin, dass Maggie Nelson keine Grenze zwischen theoretischer und persönlicher Erkenntnissuche zieht. In diesem Buch lässt sich das eine nicht ohne das andere denken: Sie schreibt über die Beziehung zu ihrem non-binären Partner, über ihre Schwangerschaft und den Versuch einer Familie abseits heteronormativer und patriarchischer Strukturen. In diese biographischen Berichte webt sie die Verweise zu Texten unzähliger spannender Theoretiker*Innen, von denen aus sie immer wieder neue Denkvorstöße entwickelt. Nelsons Fragen nach Freiheit, Begehren und Identität eröffnen einen Strom von Intensitäten: Es ist ein Werk, welches die Leser*Innen auf radikal intime Weise trifft: Denn dieses Buch erzählt nicht einfach eine Privatgeschichte, sondern bearbeitet die Fragen, die uns alle bewegen.     pw

Hanser, 192 Seiten, 20,-