Maggie Nelson: Bluets

Maggie Nelson - Bluets

In 240 Vignetten erforscht die Autorin einerseits ihre Lieblingsfarbe Blau in vielen Varianten, philosophische Hintergründe inklusive; andererseits geht es um das Ende einer Liebe samt Sex, so dass ein Zitat von Platon auf einer Doppelseite steht mit „Ficken“. Sinnliches, ja, Poetisches wechselt mit intellektuellen Reflexionen auf eine sehr unterhaltsame, eigentümliche Art aus Leichtigkeit und Melancholie. Man kann sich – so ist es vielen KritikerInnen ergangen – an Roland Barthes‘ „Fragmente einer Sprache der Liebe“ erinnert fühlen. Und zur Lektüre lässt sich Joni Mitchells Album „Blue“ auflegen, das natürlich auch in Erscheinung tritt. Ich hatte übrigens vermutet, der Titel „Bluets“ sei als Kofferwort aus Blue(s) und Duets gemeint. Mag sein, aber Les Bluets heißt zudem auf Französisch Kornblumen. Das entdeckte die Autorin ebenfalls erst „kürzlich“ (Nr. 224). Wieder was gelernt, wieder was sehr gerne gelesen. So gern, dass ich das Buch immer wieder aufschlage.     dzn

Hanser Berlin, 112 Seiten, 17,00