Lucy Fricke: Töchter

Buch-Fricke

Nach Jahren der Abwesenheit taucht Marthas Vater wieder auf. Er bittet sie, ihn in die Schweiz zu fahren, wo er sterben will. Sie entscheidet sich dazu, ihn zusammen mit ihrer Freundin Betty zu begleiten. Schließlich führt die Reise beide Frauen bis in den Süden Europas und konfrontiert sie mit der Vergangenheit ihrer Väter. Durch viele Details macht die Autorin deutlich, wie die beiden noch mit Anfang Vierzig die emotionale Arbeit für ihre Väter übernehmen und auch noch ihre eigenen Probleme bewältigen müssen. Die Lektüre lohnt sich auch deshalb, weil Fricke ein Gespür für die Komik in tragischen Momenten beweist. Sie mischt die Frage, wie wir uns von unserer Vergangenheit befreien, hinein in solche Augenblicke, in denen alte Männer an ihrem vielleicht letzten Abend nicht mehr wollen als die Talkshow von Maischberger zu schauen.     pw

Rowohlt, 240 S., 20,-