Lucia Berlin: Was wirst du tun, wenn du gehst

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Wie viele andere hatte ich den ersten Band mit Erzählungen von ihr – „Was ich sonst noch verpasst habe“ – enthusiastisch gefeiert. Jetzt erscheint der zweite Teil der amerikanischen Ausgabe, die Lucia Berlin zu postumem Ruhm verhalf, auf Deutsch, erneut übersetzt, in einem „narrativen Rahmen“ geordnet und mit einem Nachwort versehen von Antje Rávic Strubel. Auch diese dreizehn Erzählungen haben es in sich. Was „es“ ist? Das pralle, abenteuerliche, sinnlose, anständig versuchte Leben, so wie es MeisterInnen destillieren, mag es auch geographisch und sonst wie weit weg zu sein scheint von dem Leben des Lesers, der Leserin. Lucia Berlins Sprech- oder Schreibweise kann unbekümmert wirken, direkt und zugleich beiläufig, sie scheut sich vor nichts, sie erzählt knallhart das Herz erwärmend. Egoismus und Mitgefühl passen zusammen. Und ihre Beobachtungsgabe ist von Teilhabe nicht zu unterscheiden. Abgesehen von dem Geld für materielle Grundnahrungsmittel lassen sich 19 Euro kaum besser nutzen.    dzn
Arche Verlag, 176 Seiten, 19,-