KunstFestSpiele: Experimente & Sprengungen

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Bereits zum neunten Mal lädt die Landeshauptstadt zu ihren Kunstfestspielen. Das Erfolgskonzept ist geblieben, Neues ist hinzugekommen.

Genau 17 Festivaltage, rund 60 Veranstaltungen, darunter 22 Produktionen inklusive Uraufführung einer Auftragskomposition und drei temporärer Installationen: Das nackte Zahlenwerk kann nur andeuten, was sich die Festivalmacher für diese neunte Auflage auf die Fahnen geschrieben haben. Auch in diesem Jahr wollen die Kunstfestspiele nämlich Experimente wagen, neue Akzente in der Kunstlandschaft setzen und auch Gegensätzliches zusammenbringen. Rund um Orangerie, Galerie und Großen Garten in Herrenhausen sowie in der Stadt werden dabei von Mitte Mai bis Anfang Juni einmal mehr Genregrenzen gesprengt. Tanz wird zur bewegten Ausstellung, Theater innerhalb einer Klanginstallation gespielt, Musik trifft auf Medienkunst, eine Band für zeitgenössische Musik erobert die Bühne und Kompositionen von Schönberg und Rihm sind an einem Konzertabend zusammen mit einer kanadischen Geigerin aus der Post-Rock-Szene zu erleben. Kein Wunder, dass bei dieser programmatischen Vielfalt auch renommierte Künstler gern nach Hannover kommen. In diesem Jahr sind es unter anderem die amerikanische Theaterlegende Robert Wilson, Stargeiger Christian Tetzlaff, das Ensemble graindelavoix und die Bratschistin Tabea Zimmermann. Neu ist der Festivalcampus, bei dem 50 angehende Kulturwissenschaftler aus fünf niedersächsischen Universitäten und Hochschulen ausgewählte Produktionen besuchen und sich kritisch mit den dabei gewonnenen Seh- und Hörerfahrungen auseinandersetzen. Die Blickrichtung geht klar in die Zukunft: Der Festivalcampus versteht sich als Grundlage für eine lebendige, gesellschaftlich relevante künstlerische und kulturelle Arbeit. Ein weiteres Highlight von vielen wird sicherlich die Aufführung von Hector Berlioz grandiosem „Requiem“ im Kuppelsaal sein. Unter der Leitung von Ingo Metzmacher sind neun hannoversche Chöre, die NDR Radiophilharmonie und das Orchester der hannoverschen Musikhochschule zu hören. Kawumm!     Gert Deppe

18.5. bis 3.6., www.kunstfestspiele.de