J. L. Carr: Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten

Buch-Wanderers

Dieser fabelhafte, rührende, komische Roman ist im Original schon vor mehr als dreißig Jahren erschienen, die offenbar großartige Übersetzung von Monika Köpfer vergleichsweise spät, nämlich im Frühjahr letzten Jahres. Ich hatte es zunächst sträflich verpasst, dem Fußballgott sei Dank hat mich ein wacher Freund darauf aufmerksam gemacht. Worum es sich dreht, sagt der Titel, wobei zu ergänzen ist, dass es sich um den FA Cup handelt, der älteste Fußball-Wettbewerb der Welt. Dem Verein eines 547-Seelen-Dorfs in Yorkshire gelingt die Sensation, weil drei, vier Männer, deren Stärken sich perfekt ergänzen, zufällig an diesem Ort weilen. Wie Carr beziehungsweise sein Ich-Erzähler Charaktere mit Wärme und zugleich trockenen Humor zeichnet, ist großartig. Eines von vielen weiteren bemerkenswerten Punkten ist, wie Carr die Medien-Meute schildert, die unweigerlich nach und nach das Dorf bevölkert. Man muss wahrlich kein Fußball-Fex sein, um diesen Roman zu … ja, ich gehe soweit: lieben.     dzn

DuMont Buchverlag, 192 Seiten, 20,-