Isabel Allende: Dieser weite Weg

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In ihrem neuen Roman erzählt Isabel Allende eine große Familiengeschichte, die Generationen und Kontinente umfasst, in der ihre eigene Lebenserfahrungen und das gewalttätige 20. Jahrhundert zusammenfließen: Im spanischen Bürgerkrieg muss der junge Arzt Victor über die Pyrenäen fliehen, mit letzter Kraft rettet er auch seine schwangere Schwägerin Roser. Aus einem unmenschlichen französischen Lager gelingt es den beiden, die letzte Schiffspassage für Flüchtlinge nach Chile zu ergattern, die der Dichter Pablo Neruda organisiert hat. Währenddessen muss die begüterte Familie del Solar ihre Europa-Kreuzfahrt abbrechen, um vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs nach Santiago de Chile heimzukehren. Die Wege dieser so unterschiedlichen Familien kreuzen sich mehrmals. Sie erleben den Militärputsch 1973 und die Diktatur Pinochets aus entgegengesetzten Perspektiven. Victor und Roser müssen erneut fliehen und fangen in Venezuela noch einmal von vorne an. Im Alter kehren sie nach Chile zurück, das ihre Heimat geworden war – und ihre Geschichte nimmt ein versöhnliches Ende.     KR

381 Seiten, Suhrkamp