Hermann Peter Piwitt: Ein unversöhnlich sanftes Ende

Buch-Piwitt

Zum Einstieg loben wir den Verlag, weil er dieses Buch neu aufgelegt hat, zugleich aber heben wir einen Zeigefinger, denn er verschweigt, dass es eine Neuauflage ist. Allerdings in einem anderen Genre: Das „sanfte Ende“ ist kein Roman mehr, sondern es handelt sich um „Miniaturen“. Ja, passt wohl besser. Für manche Leser ist Piwitts Stil anfangs womöglich sperrig – simpelstes Beispiel: er nennt Deutschland stets „das Territorium“ –, doch immer entfaltet er in wenigen Skizzen Charaktere und deren Erfahrungsräume – der Reisende, der Gärtner, der Mann im Freibad usw. In Piwitts Arbeit verknüpfen sich die Meisterschaft eines Prosaisten und sein Herzklopfen, das deutlich links schlägt. Vor zwanzig Jahren sagte Piwitt: „Was bleibt im Augenblick ist für mich auch das Gelächter über das Wahnsystem, in das man uns gestürzt hat. Das macht vielleicht auch die Bitterkeit des Buches aus, daß es dies spiegelt.“ Es ist bitter nötig.     dzn

Wallstein Verlag, 148 Seiten, 20,-