Grafik: Kaum bekannt

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Er war eng mit der Dichterin Else Lasker-Schüler befreundet und mit Künstlern wie Kurt Schwitters und Käte Steinitz bekannt. Ihn selbst kennt heute kaum jemand, obwohl er zu Lebzeiten zu den bedeutendsten Bildhauern der künstlerischen Moderne in der Weimarer Zeit gehörte. Die Rede ist von Jussuf Abbo. Als Sohn jüdischer Eltern wurde er 1888 oder 1890 – das genaue Datum ist nicht überliefert – im osmanischen Reich geboren und war Steinmetz, Zeichner, später Student der Bildhauerei an der Königlich akademischen Hochschule für bildende Künste in Berlin. Die erste größere Einzelausstellung in der Galerie von Garvens in Hannover. 1953 verarmt und krank in London gestorben. Dass Jussuf Abbo in Vergessenheit geraten ist und erst jetzt langsam wiederentdeckt wird, dürfte damit zusammenhängen, dass ein Großteil seines Werkes im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ von ihm selbst und von den Nazis vernichtet wurde oder verschollen ist. Das Sprengel Museum präsentiert nun den gesamten Bestand an Kunstwerken, die sich derzeit im Haus befinden: 21 Zeichnungen, 28 Grafiken und drei Skulpturen. Im Gegensatz zu seinen Skulpturen haftet Abbos expressionistischen Zeichnungen und Druckgrafiken etwas schnell Hingeworfenes, Fragmentarisches und Skizzenhaftes an. Bevorzugtes Motiv sind weibliche Akte und Köpfe, häufig in ruhender Stellung, mit geschlossenen Augen oder lesend. Zu Abbos Arbeiten gesellen sich in der Schau 36 Werke von Künstlern aus dem Berliner und hannoverschen Umfeld, darunter Arbeiten von Max Beckmann, Emil Nolde, Ernst Barlach und Ernst Ludwig Kirchner.     EG

Bis 29.3., Sprengel Museum