Gerd Hankel: Ruanda. 1994 bis heute

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Vor 25 Jahren fand der Völkermord in Ruanda statt. Während westliches Militär untätig zusah, fielen Hunderttausende  der plötzlichen Gewalt zwischen den Volksgruppen der Hutus und Tutsis zum Opfer. In seinem Buch „Ruanda. 1994 bis heute“ gibt Gerd Hankel einen Überblick über die damaligen Ereignisse und zeigt, was in dem ostafrikanischen Land seit dem passiert ist. Rein formal hat Ruanda einen spektakulären Aufstieg hingelegt – die Wirtschaft brummt und verschiedene Kommissionen bemühen sich, den Völkermord aufzuarbeiten. Aber noch immer gibt es Opfer und Angehörige, die ihr Schicksal nicht gebührend beachtet sehen und der Regierung eine Verschleierung der Ergeignisse im Namen der nationalen Versöhnung vorwerfen. Auch der Leser, für den Ruanda nur einer von vielen afrikanischen Staaten ist, findet sich Dank Hankels Fachwissens und seiner leicht verständlichen Schreibe schnell zurecht im eigentlich undurchschaubaren Gewirr aus Regierungsinteressen, berechtigten Klagen der Opfer und dem Einfluss des Auslandes. Die deutsche Geschichte im zusammenhang mit Völkermorden und ihrer Aufarbeitung macht die Lektüre dazu noch ein ganzes Stück interessanter.     CB

Zu Klampen, 160 S.