Gabi Stief/Hans-Peter Wiechers: Der Mordverdacht

Buch-Wiechers

Sanfter Engel oder heimtückische Mörderin? Diesen Fragen gehen die beiden ehemaligen HAZ-Redakteure Gabi Stief und Hans-Peter Wiechers in ihrer Reportage „Der Mordverdacht“ nach. Sie rollen darin einen der größten Skandale der hannoverschen Justiz noch einmal auf – den Prozess um die Krebsärztin Mechthild Bach. Die Internistin wurde 2003 von der AOK angezeigt und beschuldigt,
13 Krebspatienten mit Überdosen an Morphium und Beruhigungsmitteln frühzeitig in den Tod geschickt zu haben. Bach selbst beteuerte stets ihre Unschuld. Sie gab an, für ihre Patienten eine Schmerzlinderung angestrebt zu haben. Acht Jahre lang kämpfte die in Langenhagen niedergelassene Ärztin gegen Vorverurteilungen und fragwürdige Gutachter und Richter, die ihr Heimtücke unterstellten. Zu einem Urteil kam es nicht – nach dem Entzug der Approbation und keiner Aussicht mehr auf Freispruch nahm sich die Ärztin, die sich stets für ein würdevolles Sterben eingesetzt hatte, 2011 das Leben. Hat letztlich die Justiz sie in den Tod getrieben? Die Autoren erzählen Bachs Geschichte so spannend wie einen Krimi. Am Ende mag der Leser selbst urteilen.     eg

zur Klampen, 128 Seiten, 14,-