Fotografie: Bunter Bilderkosmos

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Was haben Sängerinnen in Trachten in der sibirischen Hochebene, der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt bei Genf und ein Kartoffelacker im mittleren Westen der USA gemeinsam? Sie gehören als Motive dem bunt durchmischten Bilderkosmos von Mika Rottenberg an. Die New Yorkerin ist die aktuelle Preisträgerin des Kurt-Schwitters-Preises 2019 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und bekommt im Sprengel Museum daher eine Einzelausstellung. In der Schau ist auch ihr neuester Film „Spaghetti Blockchain“ zu sehen. Rottenberg kombiniert darin Versuchsanordnungen, Landschaftsbilder, Einblicke in Produktionsvorgänge und menschliche Figuren in einer surrealen Abfolge. Das Ganze ist mal dokumentarisch, mal fiktiv und oft voller Slapstick. Materie wird etwa als farbige, wabblige Silikonzylinder, bunte Plastikkugeln, Schaum oder als ein zusammengestecktes Modell aus Spaghettis und Marshmallows präsentiert. Ebenfalls ab Februar zeigt das Sprengel Museum die fotografische Serie „Night Watch“ von Ian Wibling. Die Arbeit ist während eines Stipendienaufenthaltes in der britischen Universität Cambridge entstanden. Menschenleere, nächtliche Langzeitbelichtungen zeigen sumpfige Landschaften, repräsentative Architekturen, Marmorbüsten in altehrwürdigen Bibliotheken und scheinbar vergessene Fahrzeuge am Wegesrand. Ein wunderbar poetisches Essay über das Verhältnis von Natur und Zivilisation!     EG

Sprengel Museum: Mika Rottenberg (8.2.-10.5.), Vernissage: 7.2., 19 Uhr; Ian Wibling (19.2.-24.5.), Eröffnung: 18.2., 18.30 Uhr