Fotografie: Ankunft des Lichts

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Der SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen – geht in diesem Jahr an die Fotografin und Medienkünstlerin Fiona Tan. Sie wurde 1966 in Indonesien geboren, lebt heute in Amsterdam und hat die internationale Jury schwer beeindruckt. „In herausragender Weise hat die Künstlerin in den letzten knapp 20 Jahren die Fotografie in ihrer Geschichte, ihren Kontexten, Intentionen und Erscheinungsformen als ein Medium der visuellen Repräsentation analysiert“, heißt es vollmundig in der Jury-Begründung. Einfacher gesagt: Tan untersucht Bilder. Sie fragt nach den Kontexten ihrer Entstehung, widmet sich ihrer Geschichte, analysiert ihre Funktion. Ihre Arbeiten sind damit immer auch ein Kommentar auf Fotografie als Ausdruck kultureller und gesellschaftlicher Formationen. Mit dem SPECTRUM-Preis sind für Tan nicht nur stolze 15.000 Euro Preisgeld und die Produktion einer Künstlerpublikation verbunden. Die Fotografin bekommt auch eine umfangreiche Ausstellung im Sprengel Museum. Der Titel „Goraiko“ lässt schon ein wenig erahnen, um was es in der Schau geht. Denn „Goraiko“ ist japanisch und bedeutet so viel wie Ankunft des Lichts. Licht und langsame Bewegung sind denn auch die Schwerpunkte der Schau. Beide verdichten sich in Tans Film-Foto-Projekt „Ascent“ (2016). Es besteht aus einer 77-minütigen Projektion aus 151 Einzelfotos des Fuji, des heiligen Berg Japans. Mit ihren bewegten und unbewegten Bildern eröffnet Tan hier einen Zwischenbereich zwischen Fotografie und Film. „Ascent“ ist daher auch eine wunderbare Hommage an die Geschichte beider Medien.     EG

21.9.-12.1., Sprengel Museum; Eröffnung und Preisübergabe: 20.9., 19 Uhr