Foto, Video, Virtual Reality: Einzigartige Persönlichkeiten

Kunst-Sprengel-Clement Avatar 12

Louisa Clement lotet im Sprengel Museum die Grenzen künstlicher Intelligenz aus.

Schon mal mit einem digitalen Mannequin gesprochen? Nicht? Dann wird’s aber höchste Zeit. Schließlich spielen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in unserem digitalen Zeitalter zunehmend eine Rolle. Louisa Clement macht die Interaktion möglich. Mit ihrem Werk „Aporias“ überträgt die Künstlerin fotografische Arbeiten in die virtuelle Realität. Betrachter können die Arbeit erfahren, indem sie auf einem Stuhl an einem Tisch sitzen. Beide Möbel sind in Clements virtueller Umgebung repliziert, so dass sich die Trennung zwischen der realen und der künstlichen Wirklichkeit auflöst. Mithilfe von Virtual Reality-Geräten schließt sich der Betrachter einer Gruppe von drei künstlichen digitalen Körpern an, die wie gesichtslose Mannequins anmuten. Sie sprechen dank künstlicher Intelligenz miteinander und manchmal auch mit dem Betrachter. Alle sind lernfähig, können Sprache erwerben und obendrein lügen. Jeder Austausch mit ihnen ist einmalig, es ist nicht möglich, zweimal das gleiche Gespräch zu führen. Mit „Aporias“ wirft Clement unbeantwortete Fragen hinsichtlich des Potenzials von Robotern und Computerprogrammierungen auf. Das Sprengel Museum widmet der Künstlerin eine Einzelausstellung. Zu sehen sind dort auch Clements Smartphone-
Fotografien und die Bodenarbeit „Transformationsschnitt“: Dunkle Blöcke aus erstarrtem Glas entpuppen sich darin als Abfallprodukte unschädlich gemachter Chemiewaffen. Fast zeitgleich zeigt das Museum die Ausstellung „Umbo. Fotograf“ mit einer Auswahl von rund 200 Werken und zahlreichen Dokumenten des Fotografen Otto Maximilian Umbehr. Dieser wurde 1902 geboren und gilt unter seinem Pseudonym Umbo als Erfinder des Bildes der „Neuen Frau“, des neuen Bildes der Straße und der fotografischen Reportage.     Katja Eggers

Louisa Clement: 30.1.-10.6., Sprengel Museum; Umbo: 9.2.-5.5.; Eröffnung: 8.2., 19 Uhr