Fernando Aramburu: Langsame Jahre

Lesung0819-Buch Rezi-Fernando Aramburu

Erst vor zwei Jahren wurde der spanische Bestseller-Autor Fernando Aramburu mit seiner baskischen Familiensaga „Patria“ auch in Deutschland bekannt, wo er schon seit den 80er-Jahren lebt und arbeitet – und zwar in Hannover. Auch sein neuer Roman „Die langsamen Jahre“ dreht sich um die Untergrundorganisation ETA, die als Widerstandbewegung gegen Francos Diktatur im Baskenland begann und zur Terrorgruppe wurde. Diesmal ergründet Aramburu, wo und wie die Gewalt begann: Ein namenloser Erzähler erinnert sich an seine ärmliche Kindheit in San Sebastián in den 60er-Jahren. Er erzählt von seinem älteren Cousin, der im politischen Widerstand die Freiheit sucht, und von dessen Familie, die sich zwischen Verzweiflung, Verrat und Verdächtigungen aufreibt … Aber zwischendurch meldet sich immer wieder eine Autorenstimme zu Wort, die eigene Erinnerungen ergänzt und eine Art „Making of“ des Romans offenbart. Dieser doppelte Boden ist zunächst gewöhnungsbedürftig, macht die Geschichte aber auf trickreiche Art gleichzeitig wahrhaftiger und plastischer, unparteiischer und ergreifender.     KR

200 Seiten, Rowohlt