Felicitas Hoppe: Prawda

Buch-Hoppe2

Eine amerikanische Reise“ verspricht der Untertitel, während Prawda auf Russisch schlicht Wahrheit bedeutet, zweitens verweist – die Jüngeren müssen das nicht wissen – auf den Namen der wichtigsten Partei-Zeitung in der Sowjetunion. Das Cover zeigt außerdem die Golden Gate Bridge – kopfüber! Auf welche Fallstricke müssen wir uns gefasst machen? Den Spuren der UdSSR-Journalisten Ilf und Petrow, die in den 1930er Jahren quer durch die USA reisten und so bildhaft wie unterhaltsam live nach Hause berichteten, fährt 2015 ein Quartett viele Wochen hinterher. Die Konstellation verschränkt etliche Bezüge: die Lektüre, die eigenen Projektionen und Träume von Nordamerika, das Verhältnis der Beteiligten zueinander, die Begegnungen mit Einheimischen. Man kann das poetisch verdichtete, fesselnde Ergebnis vergnüglich lesen. Oder begleiten mit Blick auf die Netzseite 3668ilfpetrow.com, auf der Hoppe während der Tour laufend Meldungen veröffentlicht hat. Genauso interessant dazu sind die Reportagen von Ilf und Petrow, auf Deutsch in der „Anderen Bibliothek“ erschienen. Literatur up to date: Eigensinnig, spannend, neu.    dzn

S. Fischer, 320 Seiten