Eugen Ruge: Metropol

Über seinen neuen Roman, der in den 30er-Jahren in Moskau spielt, schreibt Eugen Ruge: „Die wahrscheinlichen Details sind erfunden, die unwahrscheinlichsten aber sind wahr.“ Er erzählt von seiner Großmutter Charlotte, die auch in der großartigen Familiensaga „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ schon eine der Hauptfiguren war. Als Kommunistin ist sie der nationalsozialistischen Verfolgung gerade noch entkommen und unternimmt im Sommer 1936 mit ihrem Mann Wilhelm und der jungen Britin Jill eine Reise durch ihre neue Heimat, die Sowjetunion. Alle drei arbeiten für den Nachrichtendienst der Komintern, wo Kommunisten aller Länder beschäftigt sind. Charlotte trägt den Decknamen Lotte Germaine – ihre Kaderakte aus dem Russischen Staatsarchiv führt den Enkel auf die Spur einer bisher verheimlichten Geschichte: Im Zuge der Stalinistischen „Säuberungen“ geraten Charlotte und Wilhelm in den Verdacht der Untreue. Im Moskauer Grandhotel Metropol werden sie über ein Jahr lang festgehalten und hören durch die Wände, wie nebenan vermeintliche „Volksfeinde“ abgeholt werden…     KR

Rowohlt, 430 Seiten