Elizabeth Strout: Alles ist möglich

Buch-Strout

In ihrem neuen Roman erzählt die Pulitzerpreisträgerin Elizabeth Strout ungewöhnliche Geschichten von scheinbar gewöhnlichen Leuten, deren Lebenswege sich in einer Kleinstadt im Mittleren Westen kreuzen: Ein Schulhausmeister unterstützt vernachlässigte Kinder, weint seinem abgebrannten Milchbetrieb keine Träne nach und will gar nicht wissen, ob es Brandstiftung war. Eine erwachsene Frau sehnt sich wie ein Kind nach der Liebe ihrer Mutter, die sich als Rentnerin endlich von ihrem Ehemann getrennt hat und zu einem neuen Mann nach Italien gezogen ist. Ein Weltkriegsveteran trifft sich mit einer Prostituierten, während er angeblich eine Trauma-Selbsthilfegruppe besucht. Eine erfolgreiche Schriftstellerin aus New York besucht nach vielen Jahren ihre Geschwister in dem ärmlichen Haus ihrer Kindheit, bekommt eine Panikattacke und flieht vor ihren Erinnerungen… Das ist Lucy Barton, die einst die Lieblingsschülerin des Hausmeisters war und deren Buch nun in ihrer Heimatstadt in aller Munde ist. Sie war bereits die Heldin des Romans „Die Unvollkommenheit der Liebe“, aber „Alles ist möglich“ liest sich auch ohne Vorkenntnisse ganz fabelhaft.     kr

Luchterhand, 256 Seiten, 20,-