Eduard Klopfenstein: Haiku

Buch-Klopfenstein

Haiku, die japanische Gedichtform aus nur drei Zeilen, hat sich im deutschsprachigen Raum längst zu einem eigenen Genre entfaltet. Die drei Zeilen bestehen aus fünf, sieben, fünf Silben, hätte ich erklärt, ehe ich diese umfangreiche, höchst vielseitige Anthologie gelesen habe. Es ist so: Da das Japanische kürzere Klang- bzw. Lauteinheiten konstruiert, ‚darf‘ ein deutschsprachiges Haiku strenggenommen nur 10–14 Silben verwenden. Weitaus mehr lernt man in diesem voluminösen Band, doch im Zentrum stehen die über 300 Beispiele, zwei Drittel aus der Zeit vom 16. bis zum 19., ein Drittel aus dem 20. Jahrhundert. Jedes Haiku erhält eine Seite, erscheint auch in den japanischen Schriftzeichen und wird erläutert. Im Anhang steht Biographisches. Und, und, und. Ja, der Preis ist nicht ohne, wäre aber vermutlich zu begründen. Schätzt man Reclam richtig ein, wird eine günstige Ausgabe folgen.     dzn

Reclam, 420 S., 44,-