Christina Dalcher: Vox

Christina Dalcher – Vox

Wie würde unsere Welt aussehen, wenn wir oder manche von uns nicht mehr kommunizieren dürften? Dieser Frage geht Autorin Christina Dalcher in ihrem Debütroman „Vox“ nach. In einem Amerika nicht allzu ferner Zeit sind ultrachristliche Theokraten an der Macht, die Frauen mit dem Slogan „Make America Moral Again“ kurzerhand zum Schweigen bringen. Am Tag sind nur noch 100 Wörter erlaubt. Ein verplombtes Armband zählt mit und stößt bei Überschreitung Stromstöße aus. Zur Not bis zur Besinnungslosigkeit. Auch Jean und ihre sechsjährige Tochter Sonia tragen solche Wortzähler. Wie die anderen Frauen im Land darf auch Jean keinen Beruf mehr ausüben, sondern nur noch Kinder gebären und den Haushalt führen. Auch Pässe und Geld wurden den Frauen weggenommen. Dalcher
hat den Roman nach eigenen Angaben als Warnung geschrieben, um aufzuzeigen, wie schnell sich die Welt verändert, wenn wir nicht aufpassen und eine Gruppe mit einer bestimmten Agenda
so mächtig wird, dass sie nicht mehr aufzuhalten ist. Ihr Buch ist provokativ und verstörend. Es zeigt aber auch, wie essentiell das Geschenk Sprache ist.     KE

EGS. Fischer, 400 S.