Hamlet – Sein oder Nichtsein

Hamlet | von William Shakespeare | Schauspiel Hannover | Premiere: 18.02.17
Regie: Thorleifur Örn Arnasson | Bühne: Vytautas Narbutas | Kostümbild: Sunneva Ása Weisshappel | 
Szene mit: Hagen Oechel, Andreas Schlager, Susana Fernandes Genebra, Daniel Nerlich, Johanna BantzerHamlet | von William Shakespeare | Schauspiel Hannover | Premiere: 18.02.17 Regie: Thorleifur Örn Arnasson | Bühne: Vytautas Narbutas | Kostümbild: Sunneva Ása Weisshappel | Szene mit: Hagen Oechel, Andreas Schlager, Susana Fernandes Genebra, Daniel Nerlich, Johanna Bantzer

Shakespeares berühmtes Drama „Hamlet“ kreist um Politik und Gewalt, Macht und Moral.
Etwas ist faul im Staate Dänemark, soviel ist für Prinz Hamlet klar (Daniel Nerlich). An seinem Studienort in Wittenberg erfährt er, dass sein Vater plötzlich gestorben sei. Zur Beerdigung kehrt er heim nach Helsingör, doch dort findet er sich auf dem Hochzeitsfest seiner Mutter (Johanna Bantzer) mit seinem Onkel (Hagen Oechel) wieder. Dieser erbt durch die Heirat den Thron und setzt sich damit Hamlet vor die Nase. Damit nicht genug: Er lässt die Grenzen sichern, das Land aufrüsten, setzt Gesetze außer Kraft, ändert die politische Rhetorik. Angst wird geschürt, dass ein Angriff Norwegens bevorstehe. Und Hamlet soll das Land nicht mehr verlassen, er möge dem Volk ein Vorbild sein. Hamlet ist bestürzt. Im Traum erscheint ihm der Geist seines Vaters und sagt, dass er ermordet worden sei und dass Hamlet ihn rächen solle. Getrieben von der Wahrheitssuche, als Fremder in der eigenen Familie, Verschwörungen überall witternd, spielt der junge Prinz den Verrückten. Um an die Täter zu kommen, nimmt er das Risiko in Kauf, Unschuldige zu opfern… In William Shakespeares Tragödie „Hamlet“ tritt erstmals das moderne Subjekt auf die Bühne: Die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, dafür aber auch die Verantwortung zu tragen, ist für ihn eine Last und ein moralisches Dilemma. Aus der klassischen Rachetragödie entwickelt sich in der Regie des Isländers Thorleifur Örn Arnasson ein vielschichtiges Stück über Politik und Gewalt, Macht und Moral, eine unglückliche Liebe, eine komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung und den Kampf der Generationen.
Karen Roske
9./16./26./30.3., Schauspielhaus