Bart von Es: Das Mädchen mit dem Poesiealbum

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Die achtjährige Lien hat kaum mehr als ihr Poesiealbum und einen Brief ihrer Mutter an die zukünftigen Pflegeeltern dabei, als sie 1942 zu einer Familie in Dordrecht gebracht wird, die sie vorher nicht kannte. Es sind die Großeltern von Bart von Es, die das jüdische Mädchen damals vor den Nazis versteckten. Lien Eltern wurden ermordet, sie aber überlebte in verschiedenen Verstecken in den Niederlanden und wurde nach dem Krieg von Familie van Es adoptiert. Seltsamerweise erfährt der Autor erst Jahrzehnte später durch Zufall davon, er kannte nicht einmal ihren Namen – wie kann das sein, wo Lien doch gemeinsam mit seinem Vater aufgewachsen war? Er besucht die inzwischen 80-jährige Lien in ihrem Haus in Amsterdam, lüftet das Geheimnis seiner Familie und damit auch ein weitgehend verschwiegenes Kapitel der deutsch-holländischen Geschichte. Bart van Es, der als Literaturprofessor in England lebt, montiert Reportagen und Recherchen, Erinnerungen und Familienfotos zu einer spannenden und bewegenden Geschichte.     KR

Dumont, 315 Seiten