Gemälde & Skulpturen: Die Kunst des Alterns

Mal mit Würde, mal mit Spott und auch gänzlich schonungslos: Das Landesmuseum widmet sich in der Ausstellung „Silberglanz“ der Kunst des Alterns.
Mehr als 120 Kunstwerke aus vier Jahrtausenden zeigen die unterschiedlichen Facetten des Älterwerdens – die schönen und die schrecklichen, und zwar vom Alten Ägypten bis in die Gegenwart. Deutlich wird dabei, dass der Blick auf das Alter dem Wandel der Zeiten unterworfen ist und von der jeweiligen Kultur abhängt. Antike Bildnisse von Philosophen und Dichtern zeigen die Porträtierten als erfahren Männer und setzen Alter mit Würde und Weisheit gleich. Fotos von Robert Lebeck zeigen Winston Churchill als Greis, der jedoch eine ungemeine Souveränität ausstrahlt. Mittelalterliche Darstellungen von Heiligen wie Petrus und Paulus spiegeln deren hohes Alter aber auch ihre Autorität wieder. Der Alte auf Lovis Corinths Bild „Bacchanale“ hüpft als Nackedei in mitten junger Damen ausgelassen über eine grüne Wiese.
Demgegenüber stehen Werke, in denen der Verfall und die Hässlichkeit des alten Körpers zum Ausdruck kommen. Drastisch und schockierend ehrlich wirken etwa die Arbeiten von John Coplan und Ron Mueck. Coplan dokumentiert im fotografischen Selbstporträt schonungslos den eigenen Torso mit grauer Körperbehaarung, Falten und Fett. Mueck hat in einer Mixed-Media-Skulptur den nackten Leichnam seines eigenen Vaters nachgebildet.
Das Landesmuseum präsentiert die Werke weder chronologisch noch nach Kunstgattungen, sondern ordnet sie nach Themen wie Würde und Weisheit, Tod und Trauer, Alter und Armut, Verfall und Hässlichkeit sowie Miteinander der Generationen und Ausgrenzung. Zu sehen sind vor allem Gemälde und Skulpturen, aber auch einige Fotos, Grafiken und Werbekampagnen, welche die Generation 60+ als neues Motiv und als potenzielle Käuferschicht entdeckt haben. Die Werke stammen aus der Sammlung der Landesgalerie und werden durch Leihgaben aus Rom, Chicago, Basel und Berlin ergänzt. Als Kooperationspartner wurde zudem das Sprengel Museum gewonnen, das Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts beisteuert.    Katja Eggers

Bis 18.2.18, Landesmuseum Hannover