Licata: Endlich mehr Platz!

Es ist schon ein wenig kurios: manche Lokale nimmt man erst nach einigen Jahren war, obwohl sie gleich um die Ecke liegen. Oder es gibt einen guten Tipp unter Freunden oder Kollegen: Aber bitte nicht an die große Glocke hängen – man will schließlich weiterhin spontan noch einen Platz bekommen … So ein Ort ist das Licata in der Oststadt. Klein und solide bislang, doch damit man sich nicht mehr in den kleinen Bistro-Räumlichkeiten drängeln muss, hat Inhaber Andrea Licata inzwischen einen Raum hinzugewonnen, was dem Restaurant etwas mehr Spielraum gibt.
Wir sind an einem halbwegs lauen Sommerabend unterwegs, haben sicherheitshalber reserviert und lassen uns im voll besetzten Außenbereich nieder. Das gemischte Publikum ist offenbar bestens aufgelegt, während Andrea und die nette Marina alle Hände voll zu tun haben. Dadurch dauert es mit der Bestellung zwar etwas, aber wir sind entspannt und freuen uns über das Weißbier (3,70) und den Nero d’Avola (0,2 l/3,70). Erstaunlicherweise empfinden wir die Bödekerstraße als gar nicht so störend und lassen den Blick über das griechisch-spanisch-italienische Gastro-Dreieck schweifen. Unser großer gemischter Vorspeisenteller (10,90) ist zwar gar nicht so groß, aber dafür ganz schön voll und richtig lecker. Besonders das Gemüse und das gute Brot hat es uns angetan. An Hauptspeisen finden wir in der Karte Pizza, Pasta und recht viele Tagesgerichte, die etwas fleisch-betonter sind. So gibt es für uns die Pizza Parma (10,50) und von der Tageskarte Pasta mit Schmorbratenragout (12,90). Die Pizza ist sehr gut und üppig belegt, nur der Rucola knirscht ein wenig. Das schmackhafte Ragout ist zart, deftig und mal etwas anderes zur Pasta.
Und plötzlich fängt es doch noch an zu regnen. Man begibt sich hinein und stellt fest, dass es tatsächlich ursprünglich ein Feinkostladen mit Bistro war. „Aber mit der Zeit hat es sich doch zum Restaurant mit Mittagstisch entwickelt“, erzählt Andrea. „Und nach dem Umbau können wir einiges verbessern.“ Wir jedenfalls genießen den Nachtisch im Trockenen: Klassisches Panna Cotta und herrlich schmelzendes Soufflee mit Pistazienkern (je 5,50). Da kommt ein kleiner Grappa aufs Haus gerade recht und psst: Der kleine, rustikale Italiener Licata bleibt natürlich weiter „unter uns“ – versprochen?    Gert von Selle

Licata, Bödekerstr. 42, Tel. 33 65 97 11